Woran erinnere ich mich am liebsten?
Was vorbei ist, ist vorbei. Und es ist wichtig, nach vorn zu schauen. Das sage ich immer wieder. Doch alles hat mehrere Seiten, und irgendjemand sagte einmal: »Erinnerung ist die Kraft, im Winter Rosen zu pflücken.«
Wenn das so ist, dann kann sie an einem grauen Regentag auch die Sonne in uns scheinen lassen und Dankbarkeit und Freude in uns auslösen. Deshalb finde ich es ebenso wichtig, immer wieder einmal einen Blick zurück zu werfen.
Was hältst Du davon, heute wieder einmal Deine Fotos anzusehen, alte Briefe oder Tagebucheinträge zu lesen, Musik aus Deiner Jugend aufzulegen, ein Disney-Video anzuschauen oder einfach über vergangene Zeiten nachzudenken?
All das ist ein Teil von Dir. Was Du in Deiner Vergangenheit erlebt und getan hast, hat Dich zu dem gemacht, was Du heute bist. Deine Erinnerungen sind ein kostbarer Schatz, den Du in Ehren halten und bewahren solltest. Und ich bin sicher, dass Du sehr schnell feststellen wirst, dass die Erinnerung an früheres Glück tatsächlich die Kraft hat, Dich auch hier und jetzt glücklich zu machen und Dir eine angenehme innere Ruhe zu schenken.
Wie viel Glück hast Du in Deinem Leben schon gesammelt, Erinnerungen an besonders schöne Augenblicke und Stunden, an geliebte Menschen, geglückte Unternehmungen, interessante Reisen, wunderbare Glücksfälle, erfüllte Wünsche, faszinierende Orte, lustige Begebenheiten, hilfreiche Gespräche, wichtige Lektionen, wertvolle Dinge, Erfolge … Wird Dir allmählich bewusst, was das Leben Dir bisher schon alles geschenkt hat? Welches wunderbare Mosaik kostbarer Erfahrungen da entstanden ist? Und das alles ist in Dir, ganz tief in Deiner Seele.
Stelle Dir selbst die folgenden Fragen und achte auf die Antworten, die Dir spontan in den Sinn kommen. Lasse vor Deinem inneren Auge die schönsten Momente Deines Lebens vorüberziehen. Und rufe Dir neben den Bildern auch Deine damaligen Gedanken und Gefühle sowie alle Sinneseindrücke ins Gedächtnis.
- Welches ist Deine liebste Kindheitserinnerung?
- Welche Glücksmomente hast Du bereits erlebt? Und mit wem?
- Was waren die Meilensteine in Deinem Leben?
- Was ist eine Deiner schönsten Geburtstagserinnerungen?
- Welches waren Deine Lieblingslieder im Teenageralter?
- Wovon hast Du schon immer geträumt?
- Wann warst Du besonders stolz auf Dich?
- Wann hast Du den Aufenthalt in der Natur ganz besonders genossen?
- Welche wunderbare Erinnerung hast Du an Dein Liebesleben?
- Fällt Dir noch mehr ein?
Ist es nicht herrlich, das alles jetzt noch einmal zu »erleben«? Merkst Du, wie Dir die schönen Stunden der Vergangenheit in der Erinnerung noch schöner erscheinen? Genieße es!
Sobald Du Dich ausgiebig Deinen allerschönsten Erlebnissen hingegeben hast, tust Du gut daran, das Vergangene wieder loszulassen, ins Hier und Jetzt zurückzukehren und Dich an den Hinweis Paul Hörbigers zu halten: »Für angenehme Erinnerungen muss man im Voraus sorgen.« Unternimm heute etwas, an das Du Dich später gerne zurückerinnern wirst. – Ich wünsche Dir einen erlebnisreichen Tag.
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Diese Antwort ist Genial, dieser Plan einfach...
Hallo Jürgen,
danke für deinen besuch. Guter Gedanke dein Sonntagsgedanke, werde ich beherzigen
Liebe Grüße,
Karl
Lieber Karl,
schön, dass Du Dich hast dazu verlocken lassen, hier einen Gegenbesuch zu machen. Deine Fotos und Sprüche versüßen mir immer wieder den Tag, und wenn ich Dich dazu bringen kann, meine Gedanken zu beherzigen und meine Vorschläge in Deinem Leben zu berücksichtigen, dann freut mich das doppelt!
Du bist mir hier jederzeit herzlich willkommen und ich berichte auch gerne darüber, wenn Du wieder ein so hilfreiches Projekt ins Leben rufst wie Dein aktuelles »Geschenkbuch«, das Du zusammen mit Karin gestaltet hast und dessen Erlös wieder Menschen zugute kommt, die Hilfe dringend brauchen können.
Liebe Grüße,
Jürgen
Lieber Jürgen,
ja, das mit den Erinnerungen ist so eine Sache. Alles, was du schreibst, trifft auf unsre schönen Erinnerungen zu, aber leider sammeln wir im Laufe unseres Lebens auch schlechte. Diese loszulassen ist sehr viel schwerer als sich der vielen schönen zu erinnern.
Aber du hast recht – ich habe ein kleines Aufhebkästchen, da sind Briefe drin, alte Konzertkarten und auch mal Seminarmaterial – wenn ich da drin stöbere ist das auch immer wie eine kleine Zeitreise und das Erlebte wird wieder so präsent wie zu der Zeit, als es aktuell war.
Ich werde deinen Rat jedenfalls befolgen und noch heute dafür sorgen, dass ich gute Erinnerungen habe, an die ich mich später dann erinnern kann
Viele liebe Grüße
Irene
Liebe Irene,
wenn man sich hier auf einem Fest oder einer anderen Gelegenheit drei mal begegnet, sagt man oft »Das kostet ein Bier.« Wir treffen uns zurzeit recht häufig: Bei Facebook, bei André und jetzt auch noch hier auf meinem Blog. Das finde ich besonders schön, denn ich freue mich immer über lieben Besuch!
Nun zu Deinem Kommentar: Ich könnte jetzt sagen, dass es so etwas wie »gut« oder »schlecht« nicht gibt. Das mag auch so sein. Wir wissen aber alle, dass wir es anders empfinden. Und tatsächlich tun wir uns sehr schwer damit, die von uns als unangenehm empfundenen Erlebnisse, Begegnungen und Situationen zu vergessen. Vielleicht sollten wir das auch gar nicht, sondern uns eher fragen, was wir daraus lernen konnten. Denn JEDE Erfahrung hat uns auch irgendetwas gelehrt. Dass ich mir als Kind an der heißen Herdplatte die Finger verbrannte (damals gab es ja noch keine Induktionsherde), war alles andere als angenehm. Wenn ich meiner Mutter glauben darf, habe ich geschrien wie am Spieß, die Tränen liefen wie Bäche von meinen Wangen, und ich konnte mich sehr lange nicht beruhigen. Was glaubst Du, was ich später für einen Bogen um diesen komischen Kasten in unserer Küche gemacht habe?
Wenn wir die Lektion begriffen haben, dann sehen wir auch, dass selbst die schlimmsten Dinge in unserem Leben ihre gute Seite hatten und haben. Und dann kommen wir an den Punkt, dass wir den beteiligten Menschen oder Gegebenheiten verzeihen können. Darüber hatte ich ja schon geschrieben. Und wenn das gelingt, werden wir uns ganz anders an die Sache erinnern. Das ist nicht leicht, ich weiß. Doch es geht. Meine Eltern sind mir in dieser Hinsicht ein großartiges Vorbild. Auch wenn man es bei dem, was ich hier schreibe, kaum glauben mag, aber ich habe ihnen nicht nur Freude gemacht. Ganz im Gegenteil. Und doch haben wir heute ein Verhältnis, das ich mir besser nicht vorstellen kann. In wenigen Stunden holen Ulrike und ich die beiden zu einer Spazierfahrt in den Schwarzwald ab. Dann darf ich für einen ganzen Tag wieder mit den drei Menschen zusammensein, die ich am meisten liebe – drei der wertvollsten Menschen, die ich kenne!
So ein kleines Schatzkästchen ist übrigens eine hervorragende Idee. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern, sobald wir sie mal wieder anschauen oder in die Hand nehmen. Für mich ist das Fotografieren eine gute Möglichkeit, die schönsten Augenblicke meines Lebens festzuhalten, auch wenn ich weiß, dass das eigentlich nicht geht. Doch das bisschen Illusion genehmige ich mir.
Liebe Grüße,
Jürgen