das ist ein sehr schönes Gedicht. Hast du das geschrieben? Es erinnert mich an den Spruch: Aus den Steinen, die man dir in den Weg legt, kannst du etwas Schönes bauen.
,
Mit deinem Kurs baust du bestimmt viele Brücken zu anderen Menschen und hilfst uns auch, die Treppe zur Selbstliebe Stufe für Stufe höher zu klettern. Vielen Dank dafür und mach bitte weiter so.
meine Sprache ist ja eher die Prosa. Doch hin und wieder versuche auch ich, ein Gedicht zu schreiben. Das ist eines davon. Und wie so viele Dinge in meinem Leben hat es eine sehr lange Geschichte. Wird nicht alles, was wir heute sind, tun und sagen durch unsere Vergangenheit geprägt? Und spielen hier nicht möglicherweise sogar Leben vor diesem jetzigen eine Rolle, von denen wir höchstens etwas ahnen?
Wie auch immer: Die erste mir bewusste Anregung zu diesem Bild bekam ich während einer Schreibwerkstatt an der Volkshochschule Schweinfurt, zu der mich mein Freund Günther im Jahre 1996 als Gast mitnahm. Der Kurs wurde von einem regional sehr bekannten Schriftsteller gehalten, der in der örtlichen Tageszeitung auch eine Mundartkolumne veröffentlichte. Er war einer der Menschen, die das leben, was ich mir manchmal auch für mich wünsche. Er hatte seinen Lehrerberuf aufgegeben und lebte seither in sehr bescheidenen Verhältnissen. Aber er tat das, was ihm am Herzen lag – er schrieb. Und er gab sein Wissen in Lehrgängen wie diesem weiter.
Wir waren aufgerufen, ein Gedicht zu schreiben. Rein “zufällig” ging es um mein Lieblingsthema: die Freiheit. Und einer der Teilnehmer schrieb etwas von Mauern, die zum Einsturz gebracht werden müssten. Das sprach mich sehr an und schlug irgendwie Wurzeln in mir. Bereits nach dem Kurs sagte ich zu Günther, dass mir das zu kurz gedacht war, dass es mit Einreißen allein nicht getan sei. Schon damals kam mir der Gedanke, dass man aus den nun zur Verfügung stehenden Steinen eine Brücke zum anderen bauen könnte. Nun, wirklich neu war dieser Gedanke sicher nicht, ich weiß!
Sehr lange lag diese Idee brach, bis ich sie wieder aufnahm. Ich war bereits eine ganze Weile in Bad Krozingen (wo ich nach meinem Ausstieg lebte), als mich eines Abends unsere nette Hausmeisterin, Frau S., ansprach. In eines der Zimmer sei eine junge Krankenschwester eingezogen, die aus dem Raum Achern hierher gekommen und an der Herzklinik beschäftigt wäre, die aber bisher niemanden in der Gegend kannte. Sie wären ins Gespräch gekommen und dabei hätte Frau S. erwähnt, dass ich öfter Wanderungen machte. Und das junge Fräulein hätte daraufhin Interesse bekundet, sich von mir ein wenig die Umgebung zeigen zu lassen.
Das hätte ich auch gerne getan. Und ganz ehrlich: Angela – so hieß das Mädchen – war sogar sehr sympathisch, sehr klug und sehr hübsch, so dass ich nichts dagegen gehabt hätte, sie näher kennenzulernen. Doch es stellte sich heraus, dass sie sich gerade von einer sehr großen Enttäuschung in Sachen Männer erholte und gehofft hatte, dass ich ein wenig älter wäre. Sie suchte mehr eine Vaterfigur. Und obwohl ich mir durchaus vorstellen konnte, einfach in aller Freundschaft mit ihr ein paar Spaziergänge zu unternehmen – sie wollte und konnte das nicht glauben.
Da sie ein ganz liebes Mädel war, bemühte ich mich noch eine Weile weiter, sie doch noch umzustimmen. In diesem Zusammenhang entstand dann das Gedicht “Mauern”, das ich innerhalb von einer viertel Stunde auf einer Zugfahrt nach Freiburg verfasste. Es war in all den Jahren in mir herangereift. – Ich konnte die Mauer um ihr Herz nie wirklich überwinden. Aus heutiger Sicht bin ich froh darüber, denn so war ich frei für die Frau, die wirklich für mich bestimmt war: für Ulrike!
Ich wünsche Dir noch viel Spaß beim Kurs,
Dein Jürgen
ich schrieb es Dir ja schon. Dieses ist ein wunderbares Gedicht!
Und eben fielen mir meine Gedanken ein, die ich über “Brücken” einmal geschrieben habe!
Brücken
Brücken sind für mich immer wieder ein Symbol,
dass man sie beschreiten sollte,
um auf den anderen zuzugehen!
Brücken sind wie eine entgegenstreckende Hand,
die sagt: “Komm’ doch!”
Wir Menschen brauchen Brücken,
die aus Mauer und Holz, aus Stahl und Beton,
aber auch Brücken, die aus guten Gedanken,
aus Gemeinsamkeit, Aufmerksamkeit
und dem Gefühl der Geborgenheit entstehen.
Wir wollen es wagen, öfters über sie zu gehen.
Auf der anderen Seite wartet immer jemand,
der sich über dein Kommen freut!
(c) Renate Harig 25.02.2007
Liebe Grüße an DICH und ich komme gerade über eine “solche Brücke” zu DIR!
Hallo Jürgen,
das ist ein sehr schönes Gedicht. Hast du das geschrieben? Es erinnert mich an den Spruch: Aus den Steinen, die man dir in den Weg legt, kannst du etwas Schönes bauen.
,
Mit deinem Kurs baust du bestimmt viele Brücken zu anderen Menschen und hilfst uns auch, die Treppe zur Selbstliebe Stufe für Stufe höher zu klettern. Vielen Dank dafür und mach bitte weiter so.
Herzliche Grüße, Bianka
Liebe Bianka,
meine Sprache ist ja eher die Prosa. Doch hin und wieder versuche auch ich, ein Gedicht zu schreiben. Das ist eines davon. Und wie so viele Dinge in meinem Leben hat es eine sehr lange Geschichte. Wird nicht alles, was wir heute sind, tun und sagen durch unsere Vergangenheit geprägt? Und spielen hier nicht möglicherweise sogar Leben vor diesem jetzigen eine Rolle, von denen wir höchstens etwas ahnen?
Wie auch immer: Die erste mir bewusste Anregung zu diesem Bild bekam ich während einer Schreibwerkstatt an der Volkshochschule Schweinfurt, zu der mich mein Freund Günther im Jahre 1996 als Gast mitnahm. Der Kurs wurde von einem regional sehr bekannten Schriftsteller gehalten, der in der örtlichen Tageszeitung auch eine Mundartkolumne veröffentlichte. Er war einer der Menschen, die das leben, was ich mir manchmal auch für mich wünsche. Er hatte seinen Lehrerberuf aufgegeben und lebte seither in sehr bescheidenen Verhältnissen. Aber er tat das, was ihm am Herzen lag – er schrieb. Und er gab sein Wissen in Lehrgängen wie diesem weiter.
Wir waren aufgerufen, ein Gedicht zu schreiben. Rein “zufällig” ging es um mein Lieblingsthema: die Freiheit. Und einer der Teilnehmer schrieb etwas von Mauern, die zum Einsturz gebracht werden müssten. Das sprach mich sehr an und schlug irgendwie Wurzeln in mir. Bereits nach dem Kurs sagte ich zu Günther, dass mir das zu kurz gedacht war, dass es mit Einreißen allein nicht getan sei. Schon damals kam mir der Gedanke, dass man aus den nun zur Verfügung stehenden Steinen eine Brücke zum anderen bauen könnte. Nun, wirklich neu war dieser Gedanke sicher nicht, ich weiß!
Sehr lange lag diese Idee brach, bis ich sie wieder aufnahm. Ich war bereits eine ganze Weile in Bad Krozingen (wo ich nach meinem Ausstieg lebte), als mich eines Abends unsere nette Hausmeisterin, Frau S., ansprach. In eines der Zimmer sei eine junge Krankenschwester eingezogen, die aus dem Raum Achern hierher gekommen und an der Herzklinik beschäftigt wäre, die aber bisher niemanden in der Gegend kannte. Sie wären ins Gespräch gekommen und dabei hätte Frau S. erwähnt, dass ich öfter Wanderungen machte. Und das junge Fräulein hätte daraufhin Interesse bekundet, sich von mir ein wenig die Umgebung zeigen zu lassen.
Das hätte ich auch gerne getan. Und ganz ehrlich: Angela – so hieß das Mädchen – war sogar sehr sympathisch, sehr klug und sehr hübsch, so dass ich nichts dagegen gehabt hätte, sie näher kennenzulernen. Doch es stellte sich heraus, dass sie sich gerade von einer sehr großen Enttäuschung in Sachen Männer erholte und gehofft hatte, dass ich ein wenig älter wäre. Sie suchte mehr eine Vaterfigur. Und obwohl ich mir durchaus vorstellen konnte, einfach in aller Freundschaft mit ihr ein paar Spaziergänge zu unternehmen – sie wollte und konnte das nicht glauben.
Da sie ein ganz liebes Mädel war, bemühte ich mich noch eine Weile weiter, sie doch noch umzustimmen. In diesem Zusammenhang entstand dann das Gedicht “Mauern”, das ich innerhalb von einer viertel Stunde auf einer Zugfahrt nach Freiburg verfasste. Es war in all den Jahren in mir herangereift. – Ich konnte die Mauer um ihr Herz nie wirklich überwinden. Aus heutiger Sicht bin ich froh darüber, denn so war ich frei für die Frau, die wirklich für mich bestimmt war: für Ulrike!
Ich wünsche Dir noch viel Spaß beim Kurs,
Dein Jürgen
Lieber Jürgen,
ich schrieb es Dir ja schon. Dieses ist ein wunderbares Gedicht!
Und eben fielen mir meine Gedanken ein, die ich über “Brücken” einmal geschrieben habe!
Brücken
Brücken sind für mich immer wieder ein Symbol,
dass man sie beschreiten sollte,
um auf den anderen zuzugehen!
Brücken sind wie eine entgegenstreckende Hand,
die sagt: “Komm’ doch!”
Wir Menschen brauchen Brücken,
die aus Mauer und Holz, aus Stahl und Beton,
aber auch Brücken, die aus guten Gedanken,
aus Gemeinsamkeit, Aufmerksamkeit
und dem Gefühl der Geborgenheit entstehen.
Wir wollen es wagen, öfters über sie zu gehen.
Auf der anderen Seite wartet immer jemand,
der sich über dein Kommen freut!
(c) Renate Harig 25.02.2007
Liebe Grüße an DICH und ich komme gerade über eine “solche Brücke” zu DIR!
Herzlich
Renate
Liebe Renate,
das sind ganz wundervolle Gedanken – wie von Dir gewohnt! Auch Worte können eine Brücke sein.
Alles Liebe,
Jürgen