Kann ich verzeihen – mir und anderen?
Heute vor 91 Jahren wurde in einem kleinen Dorf in Südafrika ein Mann geboren, der die Welt verändern sollte. Ich werde im Laufe des Tages noch einmal auf diesen großen Wegbereiter und diese Seele von Mensch zurückkommen, der so Vielen zum Vorbild geworden ist. Doch in diesem Morgengedanken soll es zunächst einmal um eine Haltung gehen, die wir von kaum einem besser lernen können, als von Nelson Mandela: den versöhnlichen Umgang miteinander.
Auch in Deinem Leben gab oder gibt es bestimmt Dinge, die Du jemandem zu verzeihen hast, oder Handlungen, für die Du Dich entschuldigen möchtest. Das können »Kleinigkeiten« sein, die aber trotzdem eine nachhaltige Wirkung bei Dir hinterlassen haben: Dein Bruder ruft zum Geburtstag nicht an, der Kollege ignoriert Dich auf dem Flur, der Chef hat Dich nicht eingeladen. Oder aber tiefer gehende Verletzungen: die Freundin, die nie anruft und Dir damit den Eindruck vermittelt, nicht wertgeschätzt zu werden. Die Mutter, die immer nur gezetert hat und der Du es nie recht machen konntest. Der Partner, der Dich herzlos behandelt und vernachlässigt. Der Blogger, der sich stillschweigend eine sehr lange Auszeit gönnt, ohne auf Deine Anfragen zu antworten
Dich zu versöhnen – mit anderen und auch mit Dir selbst, das ist ein sehr wichtiger Schritt, denn er führt dazu, dass Du wieder glücklich wirst und Deinen inneren Frieden wiederfindest. Vergebung hat immer etwas Befreiendes, sowohl für Dich als auch für andere. Und wenn Du es geschafft hast, kann das eine enorme Erleichterung sein und Du wirst stärker und gelassener aus dieser Situation hervorgehen. Es wird Dir einfach viel besser gehen, auch gesundheitlich. Dabei gilt wie so oft im Leben: Verzeihen üben, üben und nochmal üben. Damit schaffst Du ein Umfeld der Großzügigkeit, in dem es auch anderen möglich ist, DIR zu verzeihen.
Egal, wie weit eine Verletzung zurückliegt – es besteht immer die Möglichkeit, Dich mit der betroffenen Person zu versöhnen. Und es lohnt sich auf jeden Fall, denn nur dann können Wunden heilen. Vielleicht hilft es Dir, daran zu denken, dass Du aus Deinen Verletzungen auch lernen und daran wachsen kannst. Kannst Du letztlich vielleicht sogar dankbar dafür sein? Sicher nicht einfach, doch bestimmt einen Versuch wert, was meinst Du? Bedanke Dich bei der Person, der Du verzeihst, für dieses »Lektion fürs Leben«, und zwar vollkommen ernsthaft.
Anderen zu verzeihen ist eine Sache, aber Dir selbst zu verzeihen ist nochmal eine ganz andere. Doch es ist genauso wichtig. Warum das so ist und wie Du Dir selbst verzeihen kannst, darüber sprechen wir bei nächster Gelegenheit noch ausführlich. Ebenso beschäftigen wir uns dann mit den Fragen: Wie entschuldige ich mich richtig, sodass die Entschuldigung auch angenommen wird? Und wie kann ich wirklich verzeihen, auch Dinge, die mich zutiefst verletzt haben?
Heute nur noch ein Hinweis, wie wir das Ganze auch noch betrachten könnten. Es gibt eine herrliche kurze Geschichte von Neale Donald Walsch, in der er von einer kleinen Seele erzählt, die menschliche Erfahrungen auf der Erde machen möchte. Unter anderem möchte sie »Verzeihen« lernen. Doch das ist nur möglich, wenn es auch etwas zu verzeihen gibt. So bietet sich eine andere Seele an, seine Schwingung (Liebe, positive Energie, Freude, Licht) absichtlich so weit herunterzuschrauben, dass sie fähig ist, der anderen Seele etwas »Schreckliches« anzutun. Und wie das eben so ist, wenn Seelen hier auf die Erde kommen, besteht die Gefahr, dass beide diese Vereinbarung vergessen. Es ist wichtig, dass wir alle uns gegenseitig immer wieder daran erinnern, dass wir hierhergekommen sind, um das zu lernen, was wir uns vorgenommen haben – alles ist nur eine Erfahrung, die uns letztlich bereichert. »Gut« und »schlecht« sind nur unsere eigene, ganz persönliche Auslegung der Dinge.
Ich liebe diese Geschichte und rufe sie mir immer dann wieder in Erinnerung, wenn ich mich selbst schwertue, die Handlungen eines anderen zu verstehen.
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Also, ich bin zwar erst 14 aber da ist so ein Junge und sein Name ist Filip. Er ist der...
oder die WbF (WeltbesteFreundin), die sich nicht mehr meldet, da ich zu fordernt sei … *schnellTränederTraurigkeitwegwisch*
Liebe Martha,
ich freue mich sehr, dass auch Du mich hier wieder besuchst. Wir kennen uns ja schon von meinen früheren Projekten. Deinen Blog hatte ich auch eine Zeit lang abonniert, dann aber wieder abbestellt, weil ich doch nur die Hälfte Deines netten schweizerischen Dialekts verstand.
Was Deine Freundin an Dir als »fordernd« empfindet, kann ich natürlich nicht beurteilen. Doch wenn Dir etwas an ihrer Freundschaft liegt, dann solltest Du vielleicht doch nochmal das Gespräch suchen. Gehe dabei einfach mal davon aus, dass sie eventuell recht haben könnte und frage sie, was sie konkret dazu veranlasst hat, sich von Dir zurückzuziehen. Wenn sie merkt, dass Du wirklich gewillt bist, auf sie zuzugehen und Deinen Teil dazu beizutragen, dass Eure Freundschaft für beide Seiten eine Bereicherung ist, wird sie bestimmt einlenken, wenn sie tatsächlich die WbF ist, als die Du sie bezeichnest.
Falls nicht, weißt Du dann wenigstens, woran Du bist, kannst für künftige Beziehungen etwas daraus lernen und trauerst auch dem Verlust nicht mehr so sehr nach, weil er dann ja wohl nicht ganz so groß war, wie Du jetzt noch meinst.
Wenn ich Dich an dieser Stelle einmal zitieren darf, dann rufe ich Dir zu: Kopf hoch, Martha!!
Liebe Grüße in die Schweiz,
Jürgen