Was sind meine persönlichen Stärken?

Auch Du hast Deine ganz besonderen Qualitäten und Deine guten Seiten, da bin ich ganz sicher. Sie zu erkennen und dann auch zu nutzen und damit bewusst Einfluss auf Dein Leben zu nehmen, das ist eine der vielen Grundlagen für Dein eigenes Glück. Welches Bild hast Du von Dir selbst? Kannst Du ganz spontan sagen, was Deine Stärken sind? Und wenn ja, woran erkennst Du sie? Und wie kannst Du sie nach und nach ausbauen?

Rotmilan - zum Vergrößern bitte anklickenWas liegt Dir besonders? Worauf kannst Du stolz sein? Vielleicht gelingt es Dir oft, andere Menschen für eine wichtige Sache zu begeistern, oder Du bist besonders gut geeignet für knifflige Aufgaben. Möglicherweise bist Du aber auch ein guter Zuhörer oder triffst spielend leicht wichtige Entscheidungen. Oder es geht Dir wie mir und Du liest und schreibst leidenschaftlich gern.

Was auch immer Dich auszeichnet, ich denke, es lohnt sich, Dich heute einmal gezielt mit diesem Thema zu befassen, Deine persönlichen Vorzüge zu erkennen und Dir zu überlegen, welche Du neben den bereits vorhandenen sonst noch entfalten und gezielt einsetzen möchtest. Denn im Gegensatz zu besonderen Fähigkeiten und Begabungen wie etwa dem absoluten Gehör oder anderen Talenten, von denen Du sicher auch einige vorzuweisen hast und die zum Teil angeboren sind, kannst Du Dir nahezu alle Stärken, von denen ich hier rede, mit Entschlossenheit und vor allem mit Willenskraft aneignen und entwickeln. Das hast Du schon Dein ganzes Leben lang getan und kannst es auch weiterhin tun.

Was willst Du? Was kannst Du?

Am besten stellst Du erst einmal fest, wo Du im Moment gerade stehst. Die Antworten auf die folgenden Fragen können Dich schon in Richtung Deiner wahren Stärken führen oder zumindest ein interessantes Puzzle Deiner Persönlichkeit ergeben, aus dem Du mit etwas Abstand bestimmt schon ein klareres Bild sehen kannst – ein Bild Deiner ganz besonderen Eigenschaften und Vorlieben. Frage Dich selbst jetzt einmal:

  • Was habe ich als Kind am liebsten getan?
  • Wen habe ich als Kind am meisten bewundert?
  • Was waren meine liebsten Schulfächer?
  • Was ist mir schon immer leicht gefallen?
  • Was waren in der Kindheit meine glücklichsten Momente?
  • Wobei habe ich heute den meisten Spaß?
  • Was würde ich tun, wenn ich nicht mehr arbeiten müsste?
  • Was würde ich machen, wenn ich ein halbes Jahr Zeit hätte?
  • Was kann ich besser als die meisten anderen Menschen?
  • Wann habe ich meine besten Augenblicke, wann fühle ich mich ganz besonders im Einklang mit mir?
  • Was würde ich machen, wenn ich unbegrenzte Zeit und Mittel hätte?
  • Was mache ich in meiner Freizeit am liebsten?
  • Wofür setze ich mich mit großer Begeisterung ein?
  • Mit welchen Menschen bin ich besonders gerne zusammen? Und warum?
  • Wobei geht mir das Herz auf?
  • Bei welchen Anlässen oder Tätigkeiten vergesse ich die Zeit?
  • Was geht mir ganz leicht von der Hand?
  • Was würde ich tun, wenn ich nur noch vier Wochen zu leben hätte?
  • Welches sind meine Lieblingsfilme? Warum?
  • Worauf bin ich so richtig stolz?
  • Wie möchte ich in fünf Jahren leben?
  • Welches sind meine größten Erfolge im Leben?
  • Wofür gebe ich am meisten Geld aus?
  • Welche Art Bücher lese ich am liebsten?
  • Was möchte ich der Welt hinterlassen?
  • Wie sieht meine ideale Woche aus?

Dich selbst einzuschätzen ist manchmal gar nicht so einfach. Wenn es Dir damit leichter fällt, dann versetze Dich einfach einmal in die Rolle eines guten Bekannten, eines Kollegen oder einer Freundin. Wie würden diese Menschen Dich beschreiben? Oder gehe einen Schritt weiter und frage sie ganz direkt nach ihrer Meinung.

Und überlege Dir auch, welche Tätigkeiten und Aufgaben Du besonders gern übernimmst, weil sie Dir einfach Freude machen. Das sagt schon sehr viel darüber aus, worin Du wirklich gut bist. Da gibt es nämlich einen engen Zusammenhang, und deshalb ist es auch so sinnvoll, Dich auf Deine Stärken zu konzentrieren. So wirst Du viel leichter und viel eher Erfolg haben. Gleichzeitig hast Du auch mehr Spaß, setzt Dich viel lieber ein und bleibst auch über längere Zeit motiviert.

Ich habe hier für Dich einmal ein paar Stärken zusammengetragen, die meiner Ansicht nach für ein glückliches und zufriedenes Leben nützlich sind, auch wenn wir sie nicht ständig und in jeder Situation leben können. Doch wie war das mit diesem Spruch, ich glaube, er stammt von Carl Schurz. Ah ja, er fällt mir gerade ein: »Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen Sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen.«

  • Leben: Selbständigkeit, Mut, Motivation, Unabhängigkeit, Durchhaltevermögen, Tatendrang, Bescheidenheit, Selbstkontrolle, Hoffnung und Zuversicht, Sinnstiftung, Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Risikobereitschaft, Teamfähigkeit, Gelassenheit, Gesundheitsbewusstsein, Belastbarkeit, Beharrlichkeit, Genussfähigkeit, Achtsamkeit, Abenteuerlust, Glauben.
  • Lernen: Neugierde, Lernwilligkeit, Urteilsvermögen, Fantasie, Kreativität, Weitblick, umsichtige Klugheit, Humor, Weiterentwicklung, Aufgeschlossenheit, Lösungsorientierung, Hilfe annehmen, Sachlichkeit, Entscheidungsfreude, Interesse, Leistungsbereitschaft, Klarheit, Hinhören können, Weisheit.
  • Lieben: Selbstliebe, Kontaktfreudigkeit, Verträglichkeit, Beziehungsaufbau, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Liebe, Geduld, Bindungsfähigkeit, soziale Intelligenz und Verantwortlichkeit, Gerechtigkeitssinn, Bereitschaft zum Vergeben, Friedfertigkeit, Mitgefühl, Sinn für das Schöne und Wunderbare, Dankbarkeit, Spiritualität, Engagement, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Respekt, Einfühlungsvermögen, Akzeptanz, Offenheit, Vertrauen, Gewissenhaftigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Gesprächsbereitschaft, Sprachgewandtheit, Selbstachtung.

Diese Liste ist längst nicht vollständig. Du darfst sie gerne ergänzen, wenn Dir noch andere wichtige Punkte einfallen.

Kennst Du jetzt Deine eigenen Stärken? Dann kannst Du dieses Wissen immer dann nutzen, wenn Du neue Aufgaben übernehmen willst oder Dir selbst ein neues Ziel setzt. Du weißt dann gleich, ob es Dir liegt und wirst es umso lieber tun. Und der Einsatz Deiner besten Charakterzüge und Fähigkeiten führt so meistens zu etwas Gutem, Vorzeigbarem und Wirkungsvollem und wird von positiven Gefühlen wie Freude oder Stolz und auch Zufriedenheit begleitet.

Wenn Du Deine vielen Möglichkeiten nutzt und lebst, verleiht Dir das jede Menge Kraft, gibt Dir besonderen Schwung und kann wahre Begeisterung hervorrufen. Du siehst also, es lohnt sich, Dich darin zu üben. Darum frage ich Dich jetzt: Bringst Du Dich mit Deinen persönlichen Stärken im Beruf, in der Familie, Partnerschaft, im Freundeskreis, in der Gesellschaft oder in Deiner Freizeit in besonderer Weise ein? Und willst Du das von heute an noch öfter tun?

Ja? Dann schlage ich Dir Folgendes vor: Setze eine Woche lang jeweils eine Deiner Stärken in Deinem Leben ganz bewusst ein, oder auch eine der hier aufgeführten, die Du erst noch lernen und üben willst: beim Zusammensein mit Deinen Liebsten, bei der Arbeit, im Umgang mit Freunden oder wann immer es möglich ist. Nach einigen Wochen hast Du auf diese Weise jede Deiner bereits vorhandenen und neu hinzugewonnenen Stärken einmal genutzt und kannst dann gerne wieder von vorne beginnen, wenn Du magst.

Wichtig ist dabei nur, dass Du Deine Stärken auch wirklich in Dein Leben einbringst. In der ersten Woche bemühst Du Dich beispielsweise darum, kreativ zu sein. Ein paar Tipps findest Du hier. In der zweiten Woche nimmst Du Dir vielleicht vor, noch etwas neugieriger oder – wenn Dir der Ausdruck besser gefällt – wissbegieriger oder interessierter zu sein. In der dritten Woche steht dann möglicherweise Dein Sinn für die Schönheiten des Lebens auf dem Programm. In der vierten Woche übst Du Dich dann eventuell in ein wenig mehr Genügsamkeit und so weiter.

Damit Du am Ball bleibst, notierst Du Dir am besten in Deinem Kalender wochenweise hintereinander alle Stärken, die Du weiterentwickeln oder neu ausprobieren möchtest. Und dann bemühst Du Dich, die Fertigkeit oder Verhaltensweise, die gerade »dran« ist, an jedem Tag dieser Woche ganz gezielt zu leben. Es hat sich auch bewährt, Dir an jedem Abend einen Moment Zeit zu nehmen, um noch einmal in Ruhe darüber nachzudenken, wie Du Deine Stärke an diesem Tag eingesetzt hast und welche Wirkung das hatte. Und schreibe Dir dann kurz auf, was Dir besonders gut gelungen ist. Wenn Du magst, kannst Du es hier auch gerne mit uns teilen. Das Kontaktformular nimmt Deine Erfahrungen gerne auf :-) .

Und übrigens: Wirklich glückliche Menschen kennen ihre Stärken UND ihre Grenzen. Und sie haben gelernt, auch mit diesen vermeintlichen »Schwächen« gut zu leben, denn auch sie gehören zu einem rundum stimmigen und lebensfördernden Selbstbild. Wenn ich nämlich weiß, was mir weniger liegt, dann kann ich diese Dinge getrost den Menschen überlassen, die das ohnehin besser können. Umso mehr Zeit bleibt für das, was ich selbst wirklich gut beherrsche.

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14 Kommentare zu „Was sind meine persönlichen Stärken?“

  • lilifee sagt:

    Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen Sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen.

    was für ein wunderbarer satz.
    mir sind sofort dinge und auch menschen eingefallen,die für mich “ideale” sind.
    ich werde nie so sein wie sie,aber meinen lebenskurs richtet sich nach ihnen und nach dem,was ich von diesen menschen lernen durfte.
    danke jürgen,dass du mir das heute wieder bewußt gemacht hast.

  • Jürgen sagt:

    Einen wunderschönen guten Morgen, liebe lilifee,

    es ist schön, dass Du Vorbilder hast, an denen Du Dich orientieren kannst. Noch besser ist, wenn Du das Gelernte für Dich überprüfst, Dir das aneignest, was sich für Dich richtig und wichtig anfühlt, und dann Deinen eigenen Weg gehst.

    Vielleicht ist Dir schon das Fragezeichen im Bereich »Abonnieren« aufgefallen. Ich danke Dir nochmal ganz herzlich für die Anregung und freue mich, dass es bei Dir jetzt geklappt hat. Für alle, die vielleicht auch ein wenig Hilfe brauchen, habe ich gestern die Seite »Häufig gestellte Fragen« angelegt, die noch nach und nach ergänzt wird. Die Fragen zum Abonnement beantworte ich hier

    Ich wünsche Dir einen herrlichen und sonnigen Freitag mit vielen guten Wegweisern und -begleitern,
    Jürgen

  • Ernst sagt:

    Lieber Jürgen!

    Zweimal, gestern nacht und heute morgen habe ich diesen neuen Artikel gelesen und meine Gedanken schwieren nur so.
    Die vielen Fragen repetieren immer wieder in meinem Kopf, sollte ich eine Antwort Liste erstellen?

    Beim Lesen tauchen auch Antworten auf, die jedesmal andere sind, gleichzeitig ergibt sich ein geistiger Kommentar der beim Niederschreiben für mich nicht zufriedenstellend wäre (für andere vielleicht verwirrend und unverständlich), und beim neuerlichem Studium der Zeilen würde sowieso ein andere Antwort im Kommentarfenster stehen.

    “Was sind meine persönlichen Stärken”.. der Titel sagt bereits alles- eventuell fehlt bei diesem Titel der Zusatz: ” und wie schaffe ich es das auch andere meine persönlichen Stärken erkennen?”

    Ich habe mich lange unwohl in meiner Haut gefühlt. Erst seit kurzem gelingt es mir, ein wenig von meinem einengendem und sehr schweren Schutz/Panzer aufzulösen, aufzugeben oder abzuwerfen.

    Ich wirke nicht ängstlich aber ich fühle mich ängstlich, ich fühlte mich früher richtig ängstlich. Ich fühlte mich dadurch oft wertlos. Daher glaubte, ich auch ich sei es. Ich werde nie wirklich mutig oder sicher im Auftreten sein.. oder eine wallende Mähne haben, .. oder Locken.. oder die richtige Figur usw… Man kann nur begrenzt an sich schrauben. Sowohl innerlich als auch äußerlich.

    Sich akzeptieren lernen, sich lieben lernen, .. so wie man ist – ist das der Schlüssel zum Glück? Ich will so gerne glücklich sein und mich wohlfühlen in meiner Haut. Mich attraktiv fühlen.
    Ich traue meinem Spiegelbild nicht. Gut, jetzt nicht mehr so oft wie früher.

    Wie kann ich das ändern? Wie kann ich die Einstellung zu mir selbst ändern? Positive Affirmationen? Positive Gedanken an mich selbst schicken quasi.

    Ich staune oft über das Selbstbewusstsein Anderer… wieso kann ich nicht auch einfach Selbstbewusst sein? Es mir selber wert sein. Gut zu mir selbst sein. Mir selber Liebe geben. Ich verdiene doch auch Liebe,oder…..

    Soweit ein wenig von meinem Gedanken, weitere werden folgen.

    Gruß aus Wien

    PS: Beim durchlesen meiner Stellungnahmen habe ich festgestellt das ich nicht erwähnt habe wie ich meinen Ballast auflöse, also hier nun mein persönliches Rezept: Nebst einer Therapie die so um die eineinhalb Jahre gedauert hat, und schon länger abgeschlossen ist, nach der ich gewisse Zusammenhänge, des “Warum?” erkennen und benennen konnte d. h. ich konnte die Grube sehen, und entscheiden ob ich hinein fallen wollte oder nicht, und das war ein großer Schritt für mich oder die Basis auf der ich (wieder)aufbauen konnte.

    Seit diesem Jahr habe ich eher zufällig ein weiteres Werkzeug für mich entdeckt, von dem mir nie bewusst war das es mir helfen könnte.

    Ich spiele in einem Musikverein die Klarinette und entscloss mich mein Spiel das sehr hobbymäßig war, auf ein besseres Niveau zu stellen.
    Über das Internet fand ich in meiner nächsten Umgebung eine Lehrerinn bei der ich Stunden nahm und noch immer nehme.
    Sie ist Doppelmagister und hat das Instrument studiert und auch ein Studium in Musikerziehung. In unseren Sitzungen stellte Sie schon bald meine Verkrampftheit und Angst fest.

    Mittlerweile ist mein Spiel sehr viel besser geworden, das stellte auch meine Umgebung fest. (“No na !!!” – Übersetzung: “Was sonst!!!”) Mit jedem Erarbeiten eines neuen Stückes und dem entspannten Erzeugen eines Wohlklanges geht auch ein Stückchen der Angst.

    Wie nun niedergeschrieben oder wie du Jürgen auch in deinem Text anführst es gibt viel Wege sich zu entwickeln.

    In diesem Sinne ein schönes Wochenende

  • rainer sagt:

    Lieber Jürgen, dass du an einem Buch arbeitest, finde ich gut, denn Schreiben kannst Di wirklich…Warum wird es das Buch nicht auch in fester Form geben?
     
    LG Rainer

  • Moni sagt:

    Lieber Juergen,
    zuerst danke ich DIR für die Auszeichnung! bin ja so berührt – auch von dem, was DU hier so alles schreibst – DU solltest den Beruf des Speditionskaufmann aufgeben und eine Lebensberatungs Praxis eröffnen!!! DU hättest ein grosses Klientel!!! Es ist ja Wahnsinn, wieviele Besucher DU täglich hast…
    JA und ich kenne meine Stärken und auch meine Schwächen! Und klasse, dass du ein Buch schreibst! – das wird sicher vor meinem Buch fertig… ich wünsch DIR von HERZEN viel Erfolg! Habe mit Ulrike ein herziges WE!
    herzlich Moni

  • Jürgen sagt:

    Hallo Ernst,

    die Antwort auf Deine Zusatzfrage »… und wie schaffe ich es, dass auch andere meine persönlichen Stärken erkennen?« liegt genau in diesem Schutzpanzer, den Du erwähnst. Du musst ihn komplett ablegen und Dich zeigen – wie solltest Du auch sonst gesehen und geliebt werden können, wie Du bist??

    Das ist immer auch ein Risiko, ich weiß. Es ist aber eines, das sich in vielfacher Hinsicht lohnt. Und es ist vor allem eines, das Du eingehen MUSST, wenn Du Dir ein erfülltes und glückliches Leben wünschst. Denn Deine Seele ist erst dann rundum glücklich, wenn sie sich genau so entfalten kann, wie es in ihr angelegt ist. Wenn Du es unterdrückst und versteckst, wird es immer weh tun und sich eng anfühlen (Enge=Angst).

    Ich bin froh, dass ich mit meinen einfachen und dabei so tiefgreifenden Fragen etwas in Dir lostreten konnte. Je mehr Antworten Du findest und sie auch lebst, desto befreiter wirst Du Dich fühlen, genau so, wie es Dir auch beim Musizieren immer wieder geschieht. Schau Dir den Rotmilan da oben am strahlendblauen Himmel an. Er ist frei, weil er seiner Natur folgt und fliegt. Lerne, der beste Ernst zu sein, der Du sein kannst – dann kannst auch Du fliegen – aber bitte, bitte steig jetzt nicht auf den Stephansdom und probier es aus – es war mehr metaphorisch gemeint ;-) .

    Noch etwas: Du würdest Dich wahrscheinlich wundern, wie viele Menschen eine Heidenangst oder sogar Panik vor allen möglichen und unmöglichen Situationen und sogar vor dem Leben selbst haben. Den meisten sieht man es – wie Dir – nicht an, weil sie im Laufe der Zeit gut gelernt haben, wie sie auftreten müssen, damit man sie für selbstbewusst hält. Du beweist hier mehr Selbstbewusstsein als viele dieser von Dir vielleicht bewunderten Menschen, weil Du so offen über Deine Ängste und Nöte sprichst. Davor habe ich einen enormen Respekt, lieber Ernst! Wenn sich das mehr Menschen – vor allem Männer – trauen würden, müssten wir viel weniger Spielchen spielen und könnten wirklich authentisch und rundum zufrieden leben.

    Ohne jetzt allzuviel Werbung machen zu wollen, kann ich Dir schon jetzt verraten, dass Du viele Antworten auf Deine Fragen in meinem E-Book finden wirst. Und auch noch weit mehr Fragen, die Dich aufrütteln werden. Irgendwann nächste Woche werde ich wohl das Inhaltsverzeichnis und ein paar Leseproben hier veröffentlichen können, dann kannst Du Dir gerne selbst ein Bild machen.

    Auch Dir ein erholsames und sonniges Wochenende,
    Jürgen

  • Jürgen sagt:

    Lieber Rainer,

    ich halte es mit Beppo Straßenkehrer aus Momo: immer ein Besenstrich nach dem anderen – und am Ende ist die ganze Straße sauber – und man ist nicht außer Atem.

    Schritt 1 – diese Website/dieses Blog wieder so richtig zum Leben erwecken, ist gelungen. Ich muss jetzt nur noch am Ball bleiben.

    Schritt 2 – umfangreiche und zeitlose Themen, die in der Schnelllebigkeit der »Blogoshäre« leicht untergehen könnten, als E-Book anbieten. Dieser Schritt ist in Vorbereitung und trifft ja auch schon auf reges Interesse.

    Schritt 3 – Reaktionen auf die Veröffentlichungen im Blog und als E-Book sammeln und auswerten. Die Themen entsprechend überarbeiten und vervollständigen, damit das Ganze eine runde Sache wird.

    Schritt 4 – der für den Druck vorgesehenen Version durch Kürzungen und einer schlüssigen Abfolge den letzten Feinschliff geben und dann im Selbstverlag (3L-Verlag, Ringsheim) veröffentlichen. Vertrieb über die Website, Amazon und andere Kanäle.

    Schritt 5 – immer mehr durch die Rückfragen und Kommentare meiner Leserinnen und Leser lernen, weiter wachsen, neue Erfahrungen machen und diese wieder weitergeben – ein Engelskreislauf …

    Doch wie gesagt, jetzt kommt erst einmal Schritt 2 und dann schauen wir weiter. Wenn Du Vorschläge und Tipps hast, wie ich die weiteren Schritte umsetzen kann, dann findest Du bei mir immer ein offenes Ohr.

    Liebe Grüße + gute Nacht,
    Jürgen

  • Jürgen sagt:

    Herzallerliebste Moni!

    Den von mir so »innig geliebten« Job als Speditionskaufmann – man beachte die leichte Ironie in diesen Worten ;-) – habe ich bereits vor gut zwei Jahren an den sprichwörtlichen Nagel gehängt, noch rechtzeitig, bevor der große Einbruch im Exportgeschäft kam (ich bin also unschuldig). Dieser Schritt war für mich eigentlich schon klar, als wir bei Dir auf dem Sofa saßen, aber Du weißt ja: Ungelegte Eier und so.

    Zwischenzeitlich war ich bei einem Softwareentwickler tätig, der sich auf Programme spezialisierte, die von exportierenden Produktionsfirmen benötigt werden (ich konnte also meine Fachkenntnisse und mein Interesse für technische Innovationen unter einen Hut bringen). In meinem alten Blog hatte ich das einmal kurz erwähnt. Ich habe in dieser Zeit viel gelernt, wurde aber auch einmal mehr darin bestätigt, dass ich kein Verkäufer bin (im Gegensatz zu Dir). Mich ins Kämmerchen setzen und neue Ideen austüfteln, das war mein Ding. Auch die Rolle des Lehrers gefiel mir (bei Schulungen der Kundenmitarbeiter, die die Programme bedienen sollten). Doch Messebesuche und Ähnliches waren mir ein Graus.

    Im Moment stehe ich in Verhandlungen mit einer Softwareschmiede aus Frankfurt, die gerade ihr Geschäft aufbaut. Ich werde in absehbarer Zeit wohl auf selbstständiger Basis für dieses (und vielleicht auch andere) Unternehmen tätig sein. Und zwar ausdrücklich nicht als Vertriebler sondern als Berater. Dabei werde ich für die Kunden meines Kunden einen Rundumservice anbieten. Von der Installation der Software über die Erfassung der erforderlichen Stammdaten etc. bis hin zur intensiven Schulung der Mitarbeiter und als Hotline für Notfälle. Hier kann ich meine Stärken dann voll zur Geltung bringen.

    Daneben habe ich einem befreundeten mittelständischen Transportunternehmer gerade heute angeboten, ihm die kompletten Verwaltungsarbeiten abzunehmen (Rechnungsstellung und -kontrolle, Mahnwesen, Auftragserfassung, Buchhaltung, Monatsauswertung etc.) . Als zweites Standbein sozusagen.

    Und last but not least wird diese Website hoffentlich auch nach und nach ein wenig Geld in meine Kasse bringen. Ich schenke hier so viel her – mein ganzes Herzblut, teilweise recht gelungene Texte, schöne Bilder – da finde ich es in Ordnung, wenn dieses Projekt nicht nur Geld, Zeit und Energie kostet, sondern auch etwas einbringt. Leben ist immer ein Geben und ein Empfangen, wobei genau diese Reihenfolge wichtig ist. Zurzeit bin ich in allen Bereichen auf das Geben konzentriert, fange aber auch schon ganz zaghaft an, meine Arme für die Fülle auszubreiten, die auf mich wartet.

    So, meine liebe Moni. Jetzt bist Du erst mal wieder auf dem Laufenden. Drück mir die Daumen, dass auch künftig alles so rund läuft wie bisher – irgendwie passen die Teile, selbst wenn sie manchmal so unterschiedlich aussehen und sich wie ein Umweg anfühlen, letztendlich doch sehr gut zusammen. Ich bin schon sehr gespannt, was für ein Bild ich ganz zum Schluss sehen werde.

    Liebe Grüße nach Beatenberg,
    Dein Jürgen

    PS: Ulrike schläft schon den Schlaf der Gerechten. Doch in ihren Träumen ist sie sicher gerade bei Dir und schaut vom Balkon hinüber auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Ganz liebe Grüße auch in ihrem Namen.

    PPS: Es ist sehr, sehr schön, dass es so treue Seelen wie Dich gibt!

  • lilifee sagt:

    hallo jürgen,das “kostenlos” hast du jetzt wirklich unübersehbar gemacht.
    ich freue mich,das meine anfrage, von dir so schnell und so toll umgesetzt worden ist.
    ich wünsche allen einen schönen sonntag.

  • Jürgen sagt:

    Nun, liebe lilifee, Du weißt doch: Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger :-)

    Ich bin immer sehr dankbar für Anregungen. Auf der selbst gestalteten Seite kennt man sich ja gut aus, da merkt man oft gar nicht, dass manches für die Leserinnen und Leser vielleicht gar nicht so selbstverständlich ist.

    Ich glaube, die Navigationsleiste ganz oben auf der Seite muss ich auch noch etwas deutlicher hervorheben, damit diese hervorragende Orientierungshilfe auch wirklich genutzt wird. Was meinst Du?

    Danke für Deine Hilfe,
    Jürgen

  • Astraryllis sagt:

    Lieber Jürgen,
     
    ich denke oft, dass die treibende Kraft in unserer Gesellschaft in der Hauptsache die Angst ist. Heute äußert sie sich oft in der Angst um den Arbeitsplatz oder vor dem sozialen Abstieg.
    An der Uni, wo ich Biologie studiert habe, gibt es viele Experten, die über immer weniger immer mehr wissen. Sie haben Angst über den Tellerrand zu schauen und anderen Experten in die Quere zu kommen, die dann mit Zähnen und Klauen ihr eigenes “Revier” verteidigen. Das hat schlimme Konsequenzen.
    Ein Beispiel dafür ist die Verdauung transgener Nahrungspflanzen. Es gibt den Wissenschaftler, der die DNA so verändert, dass sie eine Pflanze genetisch umprogrammieren kann. Ein anderer baut dann tatsächlich diese DNA in die Pflanze ein. Ein dritter Biologe ist Experte für die Fragen der Verdauung, hat aber keine Ahnung von Gentechnik und von Pflanzen überhaupt. Und ein Mediziner baut dann im Auftrag einer Firma, die transgene Pflanzen herstellt, einen Magen aus Plastik nach, befüllt ihn mit Magensäure und gibt gentechnisch veränderte DNA hinein. Nach einer “als normal angenommenen Verweildauer” der DNA im Magen, erklärt er, dass die gesamte DNA zerstört sei. Womit als bewiesen gilt, dass funktionstüchtige gentechnisch veränderte DNA bei der Verdauung nicht in Körperzellen des Menschen eingebaut werden kann und dass deshalb ein Mensche, der transgene Pflanzen isst, selbst nicht transgen werden kann. Und dann kommt eine Studentin im Grundstudium daher und stellt einfach die Frage, was denn dann beim Schlucken der zerkauten transgenen Nahrungspflanze im Mund und in der Speisrüöhre passiert, wo viele Substanzen und auch größere Moleküle oder z.B. Viren direkt über die Schleimhaut aufgenommen, ans Blut weitergegeben und im Körper verteilt werden.
    Plötzlich müssen die Experten zugeben, dass sie darüber nicht nachgedacht haben und einfach so transgene Nahrungspflanzen als ungefährlich eingestuft haben.
    Das ist mir passiert und ich wurde daraufhin von allen Seiten angegriffen mit dem Hinweis, ich sei ja nur eine dumme, unwissende Studentin. Aber keiner hat jemals über meine Argumente und die Speiseröhre nachgedacht.
     
    Meine Stärke ist, dass ich kein Experte bin und dass ich mich auch an der Uni nicht zu einer Expertin “verbilden” ließ. Ich habe über viele Bereiche einen großen Überblick und sehe manchmal Dinge, die sonst keiner sieht. Das hat mich ziemlich isoliert und immer wieder zu Angriffen auf mich geführt. Dennoch habe ich diese Stärke, seit ich die Uni verlassen habe, weiter ausgebaut.
    Die Angriffe auf mich haben mir deutlich gemacht, dass ich auch viele Schwächen habe, z.B. dass ich mich durch Diffamierungen menschlich abgewertet fühle und mich gegen Tratsch und Verleumdung kaum wehren kann emotional.
    Deshalb wurde es nötig, dass ich nicht nur an meiner Stärke, sondern auch an meinen Schwächen gearbeitet habe. Ein ganz großes Thema für mich war in den letzten Jahren die Gelassenheit, um nicht mehr durch jede unfaire Bemerkung verletzt zu werden. Und ich lernte, meine diffusen Ängste, die so typisch sind für die Menschen in dieser Gesellschaft, abzulegen.
    Man muss auch zu seinen Schwächen stehen können. Da ich eine Depression habe, wurde ich auch immer wieder in dieser Richtung angegriffen und als jemand hingestellt, die nicht weiß, was sie sagt.
    Wenn ich mit diesem Manko nicht leben könnte, dann hätte ich all das längst aufgegeben.
     
    Liebe Grüße,
    Astraryllis.

  • Jürgen sagt:

    Liebe Astraryllis,

    ich glaube auch, dass es im Grunde nur zwei wirklich mächtige Kräfte gibt, die uns antreiben: entweder die Angst oder die Liebe. Auf diese beiden Energien oder Gefühle kann man so ziemlich alles zurückführen, was uns bewegt.

    Es ist unsere persönliche Wahl, welcher Kraft wir folgen wollen. Wohin der Weg führt, für den sich die Gesellschaft – wer ist das eigentlich?? – in der Vergangenheit entschieden hat, sehen wir heute an allen Ecken und Enden. »Change« sollte deshalb nicht nur in den USA das wichtigste Wort unserer Zeit sein.

    Was könnten wir alles erreichen, wenn wir miteinander statt gegeneinander arbeiten und das Ganze im Auge behalten würden anstatt alles immer mehr bis zur Unkenntlichkeit aufzuteilen. Schau Dir doch nur an, welche Entwicklung die Menschen machen können, die aktiv im Internet mitarbeiten. Jeder bringt etwas ein – und am Ende hat jede und jeder etwas dazugelernt und kann sich noch besser einbringen und so weiter und so weiter … Das können wir auch für jeden anderen Lebensbereich übernehmen. Und das sollten wir auch!

    Am Anfang wurde ich oft gefragt, warum ich mich nicht auf ein Thema beschränke, z.B. das Glück oder die Liebe oder die Gesundheit. Doch wenn Du hier aufmerksam mitliest – was Du ja tust -, dann wirst Du mehr und mehr feststellen, wie sehr ALLES miteinander verbunden ist und sich gegenseitig bedingt. Und so ist es mit allem im Leben. Dass ich einzelne Beiträge überhaupt einem Thema zuordne ist rein willkürlich, sehr oft passen sehr viele Überschriften – und genau betrachtet könnte alles auch unter einer einzigen laufen: LEBEN LEBEN – LERNEN LERNEN – LIEBE LIEBEN.

    Alles Liebe,
    Jürgen

  • Babsi sagt:

    lieber jürgen

    ich bin noch dabei, sie zu erkennen und sie zu nutzen. wenn man mich fragt dann müßte ich erstmal überlegen denn es hört sich so banal an.
    doch grade diese stärken ermöglichen uns, unser leben nach unseren vorstellungen zu gestalten.

    mut und motivation, sich darauf einzulassen .)) das wünsch ich uns allen

    alles Liebe von Babsi

  • Jürgen sagt:

    Liebe Babsi,

    dann nehme Dir doch am besten während Deiner Reha die Zeit und schreibe einmal alles auf, was Dir zu den oben aufgeführten Fragen einfällt. Ich bin sicher, das ist eine ganze Menge! Und achte dabei auch auf die liebenswerten Kleinigkeiten, die Dich so einzigartig und unverwechselbar machen. Es sind nicht immer die großen Besonderheiten, die uns auszeichnen. Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die andere an uns schätzen.

    Ich wünsche Dir viele positive Erkenntnisse und dass Du neben mehr Beweglichkeit auch ein gestärktes Selbstbewusstsein von Deiner Reise mitbringst,
    Jürgen

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