Bin ich religiös?
Gehst Du regelmäßig zur Kirche? Bist Du ein gläubiger Mensch? Und wie hältst Du persönlich es mit fremden Religionen? Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es eine große Herausforderung ist, anderen Glaubensgemeinschaften mit Offenheit zu begegnen.
Evangelisch getauft, aber in einer sehr frei denkenden Familie groß geworden, habe ich schon recht früh Anhänger anderer Glaubensrichtungen kennen- und schätzen gelernt. Eine meiner ersten Freundinnen war neuapostolisch. Bei ihr trafen sich regelmäßig ganz liebe Menschen der verschiedensten Altersstufen und Konfessionen, um sich auszutauschen: Juden, Zeugen Jehovas, katholische und evangelische Christen, einmal sogar ein Moslem.
Später kam ich in Kontakt mit einem Anhänger von Scientology, der mich aber nicht überzeugen konnte, da mein Freiheitsbedürfnis längst größer war als die Sehnsucht, irgendwo »dazuzugehören«. Auch eine kurze Mitgliedschaft in einem Studienkreis rund um einen sehr faszinierenden Mann namens Gordon Freeman Fraser, der erst vor Kurzem im Alter von 91 Jahren starb, brachte zwar eine Fülle von Erkenntnissen und ein paar echte Freunde, doch wirklich »nachfolgen« wollte ich ihm nicht. Das war einfach nicht »mein Ding«.
Inzwischen war ich selbst auch aus der Kirche ausgetreten und hatte mich mehr mit den Philosophien des Hinduismus und natürlich des Buddhismus befasst. Auch esoterische Sichtweisen zogen mich bald mehr und mehr in ihren Bann. Und schließlich zimmerte ich mir nach und nach so etwas wie meine eigene Sicht der Welt zusammen, geprägt von den Gedanken der großen Philosophen von Sokrates bis hin zu Martin Heidegger, der ja lange Rektor hier an der Freiburger Universität war und viele seiner Werke in Todtnauberg schrieb, einem Ort im Schwarzwald, den Ulrike und ich immer wieder gerne besuchen.
Daneben beschäftigte ich mich auch mit den neuesten Erkenntnissen der Physik und der Psychologie. Erst als ich Ulrike kennenlernte – sie ist katholisch -, ließ ich mich noch einmal näher auf das Christentum ein und besuchte einen sogenannten »Alpha-Kurs«. Die Atmosphäre und die Menschen dort waren sehr, sehr angenehm und es gab eine Menge zu lernen. Während eines besonders intensiven Wochenendseminars hatte ich sogar einmal kurz das Gefühl, der Heilige Geist selbst hätte Kontakt mit mir aufgenommen. Gleichzeitig bestärkte mich diese Erfahrung aber auch in meiner Gewissheit, dass ich auch in Zukunft meinen eigenen Weg finden und gehen musste.
Eines habe ich in all diesen Jahren immer wieder festgestellt: Es gibt Buddhisten, die leben christlicher als Christen, und es gibt Christen, die leben buddhistischer als Buddhisten, ohne dass ihnen dies immer bewusst wäre. Je tiefer ich in das Thema eindringe, desto mehr erkenne ich, dass die einzelnen Religionen alle denselben Ursprung und vor allem dasselbe Ziel haben: die ewige Liebe – ob sie diesen Zustand nun Nirwana oder Himmel nennen oder wie auch immer. Deshalb achte ich jede Religion und jeden gläubigen Menschen, die oder der allumfassendes Mitgefühl und allumfassende Liebe lehrt.
Erinnerst Du Dich? Es gab in Deutschland einmal eine Zeit, da konnten Juden und deren Freunde schon froh sein, wenn sie in irgendeinem dunklen Versteck oder im Konzentrationslager überlebten. Doch was geht uns das an? Das liegt doch bereits über 60 Jahre zurück. – Schau’ Dich einmal um: Wird nicht heute ein ähnliches Feindbild des Islam geschaffen, indem die Medien unser Bewusstsein ständig mit einseitigen Berichten und Bildern einer extremistischen und fanatischen Minderheit überfluten? Doch welche Samen legen wir in unseren Geist, wenn wir diesen Berichten Glauben schenken und sie als die einzige Wahrheit annehmen? Säen wir in diesem Moment nicht genau das, was wir angeblich nicht ernten wollen? Angst, Hass, Gewalt, Terror und Krieg?
Ich bitte Dich deshalb, BILDe Dir Deine Meinung nicht nur aus dem, was Du hörst und siehst. Lies selbst im Koran, in den Veden, im Talmud, im Tibetischen Totenbuch oder einem der vielen anderen heiligen Bücher. Oder vielleicht auch einmal in der Bibel, die Du wahrscheinlich irgendwo zu Hause hast. Die hast Du schon gelesen? Hast Du sie auch verstanden? Lebst Du danach? Mit welcher der Glaubensrichtungen Du Dich auch näher beschäftigen willst, halte Ausschau nach der dort enthaltenen Weisheit und Ähnlichkeiten zu Deinem eigenen Glauben. Du wirst finden, was Du suchst!
Unterhalte Dich auch mit den Gläubigen über ihr Leben, ihre Gedanken und ihre Gefühle – und vielleicht geschieht es, dass Du in jedem Menschen Deinen Bruder oder Deine Schwester erkennst. Denn das sind wir! Und ob Du es schon glauben kannst oder nicht: Es ist die tiefste Sehnsucht Deines Herzens, dass es so ist und dass Du dies endlich wieder erkennen und fühlen kannst. Liebe und achte den Islam, das Judentum, den Buddhismus, den Hinduismus und alle anderen Glaubensgemeinschaften und stärke dadurch die überwältigende Mehrheit derer, die liebevollen Herzens sind. Jeder Gedanke und jede Erwartung ist ein Gebet – und Du bist dafür verantwortlich, worum Du bittest!
Salam ‘alaikum – Namasté – Schalom – Friede sei mit Dir!
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Also, ich bin zwar erst 14 aber da ist so ein Junge und sein Name ist Filip. Er ist der...
Lieber Jürgen danke für diesen Eintrag, der so gut meine Geanken spiegelt, welche ich nicht so gut in Worte fassen kann wie du im obigen Text.
Dazu passend zwei Texte aus meinem Friedensbüchlein “Fieden stiften -jeden Tag”:
Frieden, das ist manchmal die Angst davor,
dass die Ruh´nächtlich trügt,
dass es klingelt vor der Früh.
Frieden, das ist manchmal die Ruh` vor`m Tod.
Vor`m Tode der Menschen,
die schon schweigen vor dem Ende.
Frieden, das ist manchmal Hundegebell,
wenn Armeekarawanen
nachts durch dunkle Straßen tranen.
Frieden, das ist die manchmal nur der Vorwand für
ein großes Land,
um in ein kleines Land zu marschieren.
Frieden, das ist manchmal doch Knechtschaft
bloß unter Führern,
die nicht fallen nach dem Fallgesetz.
Frieden, das ist manchmal unsere Qual.
Pannach und Kunert
Jeden Morgen sollte unser erstes Werk dieser Vorsatz sein:
Ich werde niemanden auf Erden fürchten. Ich werde nur Gott Ehrfurcht erweisen. Ich werde niemand mit Ablehnung begegnen. Ich werde keine Ungerechtigkeit hinnehmen, egal von wem sie ausgeht. Ich werde Unwahrheit durch Wahrheit besiegen. Und im Widerstand gegen Ungerechtigkeit werde ich alles Leiden hinnehmen.
Mahatma Gandhi
Lieber Ernst,
zum Frieden gehört für mich auch eine friedliche Sprache. Außerdem glaube ich, dass wir das anziehen, wovon wir sprechen und dass das nicht in unseren Sätzen weder unser Unterbewusstsein noch das »Universum« – was immer das ist – versteht. Deshalb würde ich das Ganze positiver ausdrücken, auch wenn ich Dir vom Grundsatz her recht gebe.
Ich habe die Sprüche, die Du in Buchform vorliegen hast, per E-Mail abonniert. So kommen sie – im Schnabel der Friedenstaube – in gut verdaulichen Häppchen Tag für Tag in mein Postfach geflattert. Ich kann mir dann die raussuchen, die mich ansprechen. Falls sich jemand von den anderen Besuchern dort einmal umsehen möchte, hier der Link: Frieden stiften – jeden Tag.
Ich wünsche Dir einen friedlichen Nachmittag, an dem Du alles und jeden annehmen kannst, wie es ist, Dich in Gerechtigkeit übst und Dich der Wahrheit verpflichtet fühlst – und das ist auch ein guter Vorsatz für jeden neuen Tag, wie Du so richtig sagst.
Danke für Deinen Beitrag,
Jürgen
Jürgen, mir ist es ähnlich ergangen … evangelisch getauft, kein Kontakt zur Kirche … suchend … und doch nicht findend … Freigeist, weil ich mich nicht an eine Religion binden wollte, doch dann war es mir nicht genug und ich bin wieder in die evangelische Kirche eingetreten …. gestalte besondere Gottesdienste mit und bin trotzdem Freigeist geblieben.
Das das in meiner Heimatkirche möglich ist, finde ich toll.
Herzliche Grüße von Eva
Liebe Eva,
da hast Du wirklich Glück, dass Du Gemeindemitglieder hast, die auch frei denkenden Menschen gegenüber offen sind und Dich mitwirken lassen. Die Franken waren mir schon immer sehr sympathisch
Ich habe ja lange Jahre im Raum Würzburg/Schweinfurt gelebt und diesen Menschenschlag als sehr angenehm kennengelernt.
Ich denke, das wird auch anderswo immer mehr so sein. Vor allem in den Jugendgruppen habe ich viele Menschen getroffen, die ihren Glauben viel freier leben, und diese junge Generation wird mehr und mehr Einfluss bekommen.
Liebe Grüße,
Jürgen
Lieber Jürgen,
es ist sehr bereichernd Dich über twitter kennengelernt zu haben.
Auf den vielen Stationen meines bisherigen Lebens, die mich ZU und WIEDER WEG von diversen religiösen, philosophischen, weltanschaulichen Gruppen geführt haben, habe ich für mich eines begriffen. Erst wenn wir den Geist/Kern/Urgrund (ich nennen bewusst keine gebräuchlichen Namen) in UNS selbst entdeckt haben, frei von jeglicher Religion oder Gruppierung, dann sind wir zu wahrem Frieden fähig und trennen nicht mehr. Jeder von uns ist Teil des Ganzen, des großen Organismus Menschheit, Erde, Universum.
Und irgendwann, wenn ES es will, wird dann aus Glauben Wissen.
Liebe Grüsse aus dem Allgäu
Magnus
http://www.erfolgsmatrix.de
Lieber Magnus,
beinahe wäre mir Dein Kommentar »durch die Lappen gegangen«. Das Wochenende war aber auch einfach zu schön, um immer am Laptop nach neuen Nachrichten Ausschau zu halten, wie Du an dem nun vervollständigten »Wunder-am-Wegesrand«-Artikel selbst sehen kannst.
Ich freue mich sehr, dass das »Gezwitscher« so schöne Früchte trägt und mir so liebe Menschen in mein Blog führt. Du bist hier jederzeit herzlich willkommen!
Und was Du sagst, kann ich nur bestätigen. Dass Du diesem Unbegreiflichen keinen der üblichen Namen gibst, verstehe ich gut. Mit jedem Begriff sind so viele innere und äußere Bilder verknüpft, dass es gar keinen Sinn macht, ihn für etwas zu verwenden, das man nur fühlen und innerlich wissen kann, wofür es aber in unserer begrenzten menschlichen Sprache keine Worte gibt.
Liebe Grüße nach Markt Rettenbach,
Jürgen
Ich bin gläubig. Denke ich. Aber oft bin ich es nicht. Zwar bin ich als Musiker an der grossen KirchenOrgel in alle liturgischen Feiern als Mitgestalterin eingebunden, und das seit über 40 Jahren.Ich verstehe davon auch ziemlich viel und es ist der einzige Beruf, der mir von 3en geblieben ist. Das enthebt mich aber nicht der Zweifel, im Gegenteil,denn ich kenne das alles ja als Insider. Da kommen Desillusionierungen zwangsläufig. Dann sage ich mir aber immer wieder: der äussere Leib einer Kirche besteht aus Menschen. Ich folge nicht Menschen, sondern dem Wort Jesu. ER ist für mich der Weg,die Wahrheit und das Leben. Nichts und Niemand sonst. Das ist nicht gerade leicht. In meiner mittlerweile klein gewordenen Familie sind alle ausser mir entweder aus unserer Gemeinschaft ausgetreten (bin r.k.) oder völlig fern. Und drei davon – die Jüngsten – sind dem russ.orthodoxen Glauben beigetreten, was ich überhaupt nie für möglich gehalten hätte. Aber : Gott ist grösser als des Menschen Herz. (Augustinus). Und da ist Liebe unter uns allen, dann ist es, denke ich, gut.Gestern sagte mir meine Tochter etwas von einem Gotteserlebnis, das hätte ich niemals für möglich gehalten.
Ich hatte es fast aufgegeben, dafür zu beten. Das, was sie mir erzählte, hat mir gezeigt, dass meine vielen Gebete für sie etwas bewirken konnten. Es hat fast 20 Jahre gedauert ! da hab ich mal wieder gelernt, dass Gottes Zeit nicht unsere Zeit ist. Es ist irgendwie wunderbar, ich fasse es nicht.Leute, betet manchmal, aber immer in dem Wissen, dass man mit Gott keine wenn-dann- Abmachungen treffen kann und darf.Sagt zu Ihm : ich bitte Dich, aber Dein Wille geschehe. Preist Ihn, auch dann, wenn Sein Wille nicht Eurer ist. Er gibt Euch alles, was Ihr braucht.Te Deum laudamus
Das denke ich auch, liebe Ch.-Maria!
Gott oder das Leben – wie immer man es nennen will – gibt uns immer, was wir am dringendsten brauchen, doch das ist nicht unbedingt das, was wir uns wünschen. Unser Blickwinkel ist viel zu klein, um immer erkennen zu können, was langfristig das Beste für uns und das Ganze ist.
Deine Zweifel finde ich vollkommen in Ordnung (vor allem, was die offizielle Kirche angeht). Ich denke, wenn es so etwas wie Gott gibt, dann wünscht er/sie/es sich Menschen, die mitdenken und nicht alles einfach nur annehmen, weil eine Autorität es sagt oder weil es in einem dicken Buch steht. Wir sollten sowieso viel mehr selbst denken, selbst fühlen und selbst tun. Und wenn wir alles getan haben, was in unserer bescheidenen Macht steht, und dann nicht mehr weiterwissen, dann kommt auch Hilfe. Jesus selbst hat gesagt, dass wir alles tun können, was er konnte – und sogar noch mehr. Daran sollten wir ab und zu denken und der großen Verantwortung gerecht werden, die das mit sich bringt.
Wenn Du die Orgel in St. Martin spielst, dann habe ich Dich vielleicht sogar schon gehört. Möglicherweise sind wir uns auch schon über den Weg gelaufen, wer kann das so genau sagen. Ich habe zu Ulrike schon spaßeshalber gesagt: »Pass auf, wenn wir das nächste Mal in Staufen über den Marktplatz laufen, kommt uns freudestrahlend die liebe Ch.-Maria entgegen.« Du weißt ja, wie wir aussehen – wir dagegen müssen uns überraschen lassen.
Jetzt lerne ich durch Dich auch noch Latein. Ich übersetze mal kurz für alle, die nicht regelmäßig zur Kirche gehen und nicht extra nachschauen wollen: Te Deum laudamus heißt so viel wie »Großer Gott, wir loben dich.«
Alles Liebe für Dich und dass Deine Wohnung Dir noch sehr lange erhalten bleibt,
Jürgen
Danke, lieber Jürgen.
Es kann schon sein, dass wir uns mal über den Weg gelaufen sind
Ich wünsche Dir und Deiner Ulrike ein gutes, erholsames Wochenende.
Und Deine Übersetzung stimmt genau. Es gibt auch dann immer etwas an Gott zu danken, wenn wir völlig verzweifelt sind.Das kann man aber erst im Rückblick sehen. Es lohnt sich, auf diesen Rückblick zu warten. Das möchte ich allen sagen, die heute nicht wissen,ob es sich lohnt, weiter zu leben….:) es lohnt sich immer !
Liebe Ch.-Maria,
ich habe mir erlaubt, Deinen heutigen Kommentar zusammen mit ein paar Angaben zu Deiner Person, die Du hier an verschiedenen Stellen schon hinterlassen hast, an eine wirklich sehr verzweifelte junge Studentin zu senden, die mir ihr Herz ausgeschüttet hat. Ich hoffe, es macht ihr Mut, zu sehen, wie Du, die so früh ihren Mann und ihr Hab und Gut verloren hat und heute aufgrund des Handelns kurzsichtiger Kommunalpolitiker um ihre Heimatstadt und das Haus fürchten muss, in dem sie schon so lange lebt, trotzdem das Leben in dem bescheidenen Maße genießt, wie es ihr noch möglich ist. Und dabei allem noch so viel Positives abgewinnen kann, wie Du das tust.
Gerade hat sie mir ganz kurz geantwortet, dass sie ihre Mutter angerufen hat, die morgen bei ihr vorbeischaut. Deine Worte – und ein wenig vielleicht auch meine – haben sie also immerhin schon mal dazu gebracht, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und um Hilfe zu bitten. Ein gutes Zeichen!
Ich bin froh, dass es Menschen wie Dich gibt, die sich trotz allem eine lebensbejahende Einstellung bewahren konnten. Schön, dass Du den Weg zu mir gefunden hast und das alles mit uns teilst.
Liebe Grüße,
Jürgen
Lieber Jürgen, das hast Du gut gemacht. Ich freue mich auch, wenn ich helfen kann und wünsche der jungen Frau eine bessere Zeit und : dass sie nicht die Hoffnung ganz verlieren möge. Auch ich musste in späten Jahren lernen, um Hilfe zu bitten, das ist ein Prozess, der Mut erfordert.Aber ich habe erlebt, dass sie mir nie verweigert wurde.In meiner Familie gibt es die schwere Form von Depression, also ich weiss, wovon ich rede, wenn ich selbst auch nur leicht davon betroffen bin. Der Glaube hat mir letztlich geholfen, und – das Bitten um Hilfe bei Freunden oder der Familie. Die Menschen freuen sich, wenn man sie um etwas bittet. Narürlich darf man das nicht ausnutzen…. an alle, die das lesen: ein gutes Wochenende und erholsamen Urlaub ! Gruss Ch.-Maria
Liebe Ch.-Maria,
da fällt mir jetzt aber ein Stein vom Herzen, dass meine Entscheidung ganz in Deinem Sinne war. Ich hatte anfangs Zweifel, ob Dir das so recht sein würde, dachte dann aber, dass Du diese Dinge hier ja in den Kommentaren geschrieben hast, damit sie alle lesen können (sonst hättest Du mir ja auch eine E-Mail schicken können, deren genauer Inhalt dann grundsätzlich unter uns bleibt). Also würde es wohl auch in Ordnung gehen, wenn ich Dich zitiere.
Auch Dir ein erholsames Wochenende – es soll ja wunderschön werden,
Jürgen
Lieber Jürgen,
du hast wirklich das ausgesprochen was millionen Menschen wie ich, geboren in einer Muslimischen Familie, jedoch sehr weltoffen und freiheitlich denkend, denken. Es ist heutzutage fast schande, ja etwas sehr schlimmes sich als Moslem zu bezeichnen. Wie kam es dazu ? Es wird in den Medien den leuten das Gefühl gegeben als ob man einer gemeingefährlichen Sekte angehört. Man zieht gerne Vergleiche mit anderen Religionen betont die Friedfertigkeit einiger Relegion und kritisiert die anderen. Ich möchte mal dort ansetzten was du in deinem Beitrag treffen betont hast und jeder Vernünftigen Menschen nahelegen sich folgende Fragen zu stellen:
1. ) Wie Weltoffen und Tolerant sind die Weltreligionen, in gegenseitigen Verhältniss, bezüglich ihrer Schriften, ihrer Aussagen (im Alten Testament, neuen Testamen, Thora-Bücher, Koran) ? Ist es wirklich der Inhalt der sich Unterscheidet oder die Umsetzung und Auslegung ?
2.) Wie hoch ist der Anteil der Kulturellen Prägung in der Auslegung der Religionen. Ist es wirklich wie die Medien darstellen eine gefährliche Religion, gefährliches Buch, oder wird es durch Kulturell unterdrückte oder unterentwickelte Gesellschaften, durch Despoten und Könige oder Autokratische Herrscher mißbraucht. Wieso gab es diese gemeingefährlichen Islamischen Terroristen nicht vor 50 Jahren und wieso sind sie jetzt gefährlich ?
3.) Wie hoch ist der Welt-Politische Anteil an dieser “Religiösen Fanatität” (Wobei ich die zunehmende Religiöse Fanatität im außerislamischen Bereich nicht ausklammern möchte).
4.) Wer sind die Verlierer dieser Auseinandersetzung und wer sind die Gewinner. Wer profitiert von Fanatismus wer verliert alles ?
All diese Auseinnandersetzung mit diesen Fragen kann für jeden denkenden Menschen eine neue Betrachtungsweise oder Sicht bedeuten, es kann vielleicht den zunehmenden Angst und Hass voneinander nehmen und zu besseren Lösung der Probleme beitragen.
Hallo Bilgin,
das sind wirklich wichtige Fragen. Und ich denke, im Grunde kennen wir alle die Antworten, wenn wir auf unser Herz hören.
Ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag!
Jürgen
Kurze Ergänzung: Die liebe Giannina (Klanggebet) hat heute folgenden Artikel veröffentlicht: Wir waren Muslim und Christ – und beste Freunde
Lieber Jürgen,
fand ich zu diesem Artikel von Dir. Und da kann ich von Herzen zustimmen…denn wir sollten uns immer fragen, was uns eigentlich von einer Religion und ihren Gläubigen bekannt ist, bevor wir uns eine Meinung bilden. Ich kann heute sagen, auch da ich selbst für und in Medien gearbeitet habe, dass die Auswahl und Gewicht einer Meldung reine Willkür ist. Wer spricht über die friedlichen Moslems? Wer über die muslimischen Brüder und Schwestern die weinen, wenn sie über Terroranschläge lesen? Ich wünsche mir sehr, dass wir mehr in den leisen Tönen lesen als in dem lauten Geschrei. Wie ein Mensch ist, das ist selten eine Frage seiner Religion, vielmehr eine Frage seiner Wahl, Tag für Tag.
durch deinen Link in meinem Blogbackoffice
Danke für diesen Artikel und Deine Verlinkung, sei herzlich gegrüsst
Giannina
Liebe Giannina,
genau deshalb informiere ich mich am liebsten bei weSmile über gute Nachrichten. Denn wenn sie schon willkürlich ausgewählt werden, dann kann ich auch entscheiden, worauf ich mein Augenmerk richte.
Alles Liebe,
Jürgen