Frohe Weihnachten

»Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde …« So fängt die Weihnachtsgeschichte an, liebe Leserin, lieber Leser, die wir alle kennen. Sie wird in den nächsten Tagen wohl oft erzählt werden, denn die langen Winterabende bieten sich ja zum Erzählen regelrecht an.

Auch ich möchte Dir heute eine kleine Geschichte mit auf den Weg geben. Irgendwer hat sie vor langer Zeit einmal in einer Fernsehsendung erzählt und ich gebe sie hier in der damals verwendeten Dialektfassung wieder. Für Leserinnen und Leser südlich des Weißwurstäquators dürfte das kein Problem sein. Doch ich hoffe, Du verstehst sie auch dann, wenn Du vielleicht eher ein Nordlicht bist.

Krippe

Dass da Schorschi a bisserl a Wuida war, war eigentlich in da ganzen Schui bekannt. Was hoaßt a Wuida? Er war hoid net so wia alle andern warn. Er hod hoid scho von kloa auf sein eignen Kopf g’habt. Wenn der Lehrer »Ruhe« g’sagt hod, hat des fürn Schorschi gar nix bedeit, wenn er no was zum Sagn g’habt hod. Na, as Mei hod er sie von Garneamd verbieten lassen. Dazua is vielleicht no kumma, dass er hoid net der Beste in der Klasse war.

Aber mei, des war am Schorschi wurscht, dass er an Fünfa im Rechnen g’habt hod. Schließlich hat er ganz genau g’wußt, wiavui Stoana, Schusser, Nägel, Schnürl und Guatl er in da Taschn hod. Des hod er net wissen miassn, wiavui 3 mal 16 oder 8 weniger 4 warn. Na, na – des hod er net braucht. Was hod er denn dafür kenna, dass in da Schui immer so an Schmarrn wissen woin, ha?! Was da Hannibal mit seine Elefanten g’macht hod, wia diaf as Pariser Becken is und wo da Hunsrück is? Des war eam doch wurscht!

Hauptsach, er hod g’wußt, wo ma Äpfe stein ko, wos Frösch gibt, wia ma Judenstrick trocknet und raucht, ohne dass ma se schpeibt oder nomehr – und wia weit sei Zwistel geht. Des war am Schorschi sei Lem, des hodn interessiert! Net des andere do, den Blädsinn, den soillten nur die anderen lerna. Jedoch oans hatn irgendwo druckt, ja fast g’stunga, nämlich, dass er nie a Fleißbillet kriagt hod, Hauchbuidl hod ma a g’sagt! Aber was soid er macha? So wia die andern Fleißbuidl g’sammelt ham, hod er hoid Tatzen, Verweise, Watschen und Nachsitzen g’sammelt, da war er Meister!

Auf oamoi is sei Chance kumma, nämlich wia da Zeichenlehrer – Waschl hamma zu eam g’sagt – eines Tages g’moant hat: »Also, meine lieben Mädel und Buben! Jeder von Euch kennt doch sicher dieses schöne Lied: ‘Stille Nacht, heilige Nacht’, gell? – Nehmt jetzt Euren Zeichenblock und Malkasten heraus. Und dann zeichnet jeder, was ihm zu diesem schönen Lied einfällt! Wer das schönste Bild hat, der bekommt von mir ein extra buntes und großes Fleißbild, gell!«

Oh, oh, des is, des is! Hod si da Schorschi denkt, des is mei Chance! Weil – moin hod er scho immer guat kenna, und schließlich hätt er ja da Muata a amoi a Freid damit g’macht, grad jetzt, so kurz vor Weihnachten.

Am End von da Stund, wia alle fertig warn, hod da Waschl na alle Buidl eig’sammelt, hod’s wohlwollend bis kritisch betrachtet und woid fast scho den Fleißbilletsieger verkünden, da kriegt er ois sletzts am Schorschi sei Zeichnung in d’Finger!!

»Ja Schorschi, was isn des? Des hob i ja no nie g’sehn! Ja, wer is denn des kleine dicke Männchen da neben der Maria und dem Joseph, des da direkt neben am Christkind seiner Wiege steht und lacht und lacht?«

Voller Stolz ist da Schorschi aufg’standen: »Des is da Owi, Herr Lehrer!«

»Aha, der Owi, so, so, mmh, interessant! Ja, aber den kenn ich doch gar nicht, der kommt doch in dem ganzen Lied nicht vor?!«

»Doch, doch Herr Lehrer, den gibt’s scho, des woaß i ganz genau, es hoaßt doch: Stille Nacht, heilige Nacht, Gottes Sohn, Owi lacht!«

Da hat die ganze Klass g’lacht und da Waschl a. »Da Owi, ha, ha, schau, schau, da OWI, typisch Schorschi! Na, des Fleißbillet hast da trotzdem verdient, für die lustigste Zeichnung. Da kumm her Schorschi, da hast as, Saubua!!«

Mit dieser Geschichte verabschiede ich mich für die nächsten zwei Wochen von Dir. Am 4. Januar 2010 geht es dann mit neuem Schwung weiter. Bis dahin wünsche ich Dir und Deinen Lieben ein friedliches Weihnachtsfest, einen guten Start ins neue Jahr, viel zu lachen und noch mehr Liebe.

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13 Kommentare zu „Frohe Weihnachten“

  • Sonne sagt:

    Lieber Jürgen!

    Ich wünsche Dir auch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und natürlich erholsame und entspannende Festtage!

    Liebe Grüße Sonne :-)

  • Renate sagt:

    Lieber Jürgen,

    DANKE für diese nette Geschichte, die ich seit Jahren kenne, aber sie ist mir aus dem Kopf gepurzelt! Ja, alleine die Sprache erinnert mich an meine Heimat! Sie ist so lieb und den OWI kenne ich gut! :-) )

    Lieber Jürgen, ich wünsche DIR von Herzen ein GESEGNETES WEIHNACHTSFEST!
    Ruhe, Stille und Besinnlichkeit mögen einkehren, aber auch frohes Lachen!

    Ich werde dieses Jahr Weihnacht mit meiner ganzen Familie feiern. Mein Sohn und sein Sohn Florian, meine Schwester und Schwager aus Österreich werden Hl. Abend kommen!  Wir feiern bei meiner Tochter inder Pfalz. Ich FREUE mich auf das Weihnachtsfest. So sind wir das erste Mal seit ich vor 34 Jahren von Österreich weggezogen bin, an Weihnachten zusammen! Ist das nicht schön!
    DAS IST MEIN Weihnachtsgeschenk!!!!

    Ich schicke DIR eines meiner vielen Weihnachtsgedichte, das ich schon 1970 geschrieben habe. Meine Tochter war damals 4 Jahre und mein Sohn 3!
    Es ist einfach so fröhlich!!!!!
    Winternacht
     

    Kalt und eisig weht der Wind,
    Schnee glitzert im Sternenschein.
    Flocken wirbeln ganz geschwind,
    die Welt, sie ist so weiß, so rein.
    Laternen, Sträucher, Gartenzäune,
    alles ist bedeckt
    und die vielen kleinen Bäume
    sind im Weiß versteckt.
    Häuser, Wege, Wald und Feld
    schneit es leise zu
    und es scheint, die ganze Welt
    schläft ein und geht zur Ruh!
    Wie eine große, warme Decke
    liegt schützend weißer Flaum –
    manche Fichte, manche Tanne
    träumt einen schönen Traum.
    In großen und in kleinen Zimmern
    sehen sie sich stehn,
    in ihren Zweigen Kugeln schimmern,
    bunte Sterne sich lustig drehn.
    Frohe Menschen, Kinderlachen,
    Puppe, Teddybär,
    lauter wunderschöne Sachen,
    dieses und noch mehr.
     
    Doch über all’ der ganzen Pracht
    sind sie dann wieder aufgewacht.
    Noch stehen sie im dichten Wald,
    bedeckt von Schnee und Eis,
    doch eines Tages, vielleicht schon bald,
    geht mancher auf die Reis’.
    In einer wundersamen Nacht
    steht er in einem Raum
    in seiner ganzen strahlenden Pracht,
    als schöner WEIHNACHTSBAUM!
     
    © Renate Harig 1970
    Alles Liebe Renate und eine schöne Auszeit!

  • Norbert sagt:

    Lieber Jürgen,
    ich wünsche von Herzen alles Liebe und Gute.
    Ein paar Tage des Rückzuges tun jetzt bestimmt gut. Ein wenig wieder über sich selbst zu erfahren und noch mehr Sinn fürs Leben erfahren, wird es werden.
    Im neunen Jahr wird sich bestimmt eine Möglichkeit für ein perönliches Gespräch finden und ein Gläschen Wein dazu, ist dan auch nicht schlecht.
    Ein schönes Fest
     
    Beste Grüsse
    Norbert:-)

  • Irene sagt:

    Liebe Jürgen,

    auch ich sage danke für diese schöne Geschichte. Für mich als Hessin war es erstmal nicht so leicht, den Dialekt zu lesen – aber dann ging es und ich habe herzlich gelacht über den OWI – ich kannte diese Pointe zwar auch – aber im Zusammenhang mit einer so schönen Geschichte nicht :-)

    Lass es dir gut gehen über die Feiertage, feiert schön und startet erwartungsvoll ins Neue Jahr – ich bin sicher, es wird ein ganz tolles Jahr für uns alle.

    Alles Liebe schickt dir
    Irene

  • Elisabeth sagt:

    Liebster Jürgen,
    ich hab mir anfangs doch auch a bissl schwer tan ;-) aber das ist so eine nette Geschichte, na, wia hob I dann g´lacht, mehr no ois wia da Owi! :lol:
    Ich wünsche dir und deiner Liebsten wundervolle Weihnachtstage und einen guten Rutsch in das Neue Jahr, das euch viel Schönes und Wundervolles bringen soll!
    Alles Liebe von Elisabeth

  • rainer sagt:

    Lieber Jürgen,
     
    ich wünsche Dir ein erfülltes Weihnachtsfest. Vielen Dank, dass Du in diesem Jahr wieder bloggst.
    Liebe Grüße Rainer

  • Ulf Runge sagt:

    Lieber Jürgen,
    danke für diese schöne Geschichte, die ich bisher nur auf  Hochdeutsch kannte. Ich habe jetzt doch ein bisserl Zeit gebraucht, um mich durch diesen natursprachlichen Test durchzuarbeiten!
    Dir und Deinen Lieben weiterhin erbauliche Tage zwischen den Jahren und alles Gute für 2010!
    Liebe Grüße, Ulf

  • Babsi sagt:

    lieber lieber jürgen

    lach ich habs auch gerschafft aber so gut wie andere wiener kann ich den dialekt nicht mal wiedergeben. :) ) manche hier bei uns reden ja nur so.
    ich hab mich echt köstlich amüsiert und nun hat die stille nacht gleich noch ne andere schöne bedeutung mehr :) ))) danke dir dafür!!!
    dir und deinem schatz einen lieben weihnachtsgruss nachträglich und: kommts guat ume ins neiche joar 2010 :) ))
    liebste grüße von babsi

  • Artur sagt:

    Hallo Jürgen,

    gibts Dich noch…???

    Liebe Grüße

  • Moni sagt:

    LIEBER JUERGEN,

    HAPPY BIRTHDAY!

    Das wünsche ich dir:

    Dass Du in den Nächten des Lebens
    trotzdem das Licht siehst, das immer auch da ist.
    Dass Frieden, Geborgenheit und Verständnis
    zum Pulsschlag Deines Lebens werden.
    Dass Du in Zeiten von Verzicht
    immer noch tragende Liebe spürst.
    Dass Dein Herz vor Freude hüpft,
    wenn einer sagt: Ich mag Dich !
    Dass Du wirkliche Liebe erfährst,
    die Dich spüren lässt: Ich lebe !
    Dass Du immer einen Gefährten findest,
    der auch in dunklen Stunden zu Dir steht.
    Dass Du Dein Leben siehst als Weg,
    der zum Menschsein verhilft.
    Dass Du die Kunst erlernst,
    inmitten von Tränen und Schmerz zu tanzen.
    Dass Du das Vertrauen kennst,
    das Dich auch in einer Krise nicht untergehen lässt.
    Dass Du in Dankbarkeit erkennst,
    dass die Welt ein schöner Ort zum Leben ist!

    HERZ lich Moni

  • lilifee sagt:

    geburtstag?????…..

    verstehe ich das richtig,du —lieber Jürgen—hattest geburstag????

    nun,dann wünsche ich dir auch noch ganz,ganz herzlichen glückwunsch und mögen alle deine wünsche im neuen lebensjahr in erfüllung gegen.

    liebe grüße

    lilifee

  • Jürgen sagt:

    @alle

    Meine Lieben,

    »ja, is’ denn heut’ noch Weihnachten?« Nein, natürlich nicht. Hier hat sich bloss schon lange nichts mehr getan. Deshalb war mein erster Geburtstagswunsch, dass meine Tage im neuen Lebensjahr bitte 48 Stunden haben sollen ;-)

    Ich danke Euch allen von Herzen für Eure lieben Wünsche zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag, den ich mit den drei wichtigsten Menschen in meinem Leben verbringen durfte.

    Hier geht es jetzt bald weiter, denn auch ich vermisse Euch und Eure lieben Kommentare sehr.

    Alles Liebe,
    Jürgen

     

  • Sonne sagt:

    Lieber Jürgen!

    Auch ich wünsche Dir nachträglich noch alles Liebe und Gute zu Deinem Geburtstag! Möge es für Dich ein erfülltes und gesegnetes neues Lebensjahr sein.

    Viele liebe Grüße Sonne :-)

    P.S. Freue mich schon auf neue Beiträge von Dir.

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