Wie beginne ich meinen Tag?
Ein wenig fröstelnd stehe ich am Geländer des Aussichtsturms auf dem Heuberg und warte auf den Morgen. Der erste Lichtschimmer im Osten lässt langsam die Sterne verblassen. Ganz allmählich wird es heller, bis die Sonne dann plötzlich auf den sanften Gipfeln der Schwarzwaldhöhen ein strahlendes Feuer entfacht. Fasziniert halte ich für einen Moment den Atem an, als das Licht Meter für Meter in die noch dunklen Täler und grünen Wälder hinuntergleitet. Ein neuer Tag ist erwacht!
Ich mag es, morgens früh aufzustehen, um das zu erleben, denn solche Morgenstunden gehören für mich zum Schönsten, was ich nach Hause tragen kann. Es ist immer anders, immer besonders und immer wieder wunderschön. Dieses Bild der Sonne, die das Dunkel auflöst, dringt tief in meine Seele.
Jeder neue Morgen ist eine Einladung. Jeder neue Morgen ist ein Geschenk und bietet mir wieder die Gelegenheit, an diesem Tag etwas von dem auszustrahlen, was mich im Innersten ausmacht. Und was ich daraus mache, liegt in erster Linie an mir selbst. Deshalb gestalte ich jeden Tag so, als wäre er der wichtigste in meinem Leben. Und genaugenommen ist er das ja auch, denn nur an diesem Tag findet mein Leben wirklich statt. Nur an diesem besonderen Tag kann ich glücklich und zufrieden sein. Nur an diesem einen Tag kann ich etwas für meine erfolgreiche Zukunft tun. Nur an diesem Tag können Ulrike und ich etwas für die Harmonie in unserer Partnerschaft und für die Erhaltung unserer Gesundheit tun. Nur an diesem Tag kann ich meine Beziehungen pflegen und das Leben in vollen Zügen genießen.
Auch HEUTE ist wieder so ein Tag!
Ganz ehrlich, es gibt schon Zeiten, da würde ich am liebsten im warmen Bett liegen bleiben. Doch dann denke ich daran, dass ich mich für das Leben entschieden habe und dass es da draußen auf mich wartet, und schon bin ich aus den Federn und gehe ihm neugierig entgegen. Seit ich erfahren habe, wie schnell auch mein Leben zu Ende sein könnte, ist mir die Kostbarkeit meiner begrenzten Zeit viel bewusster. Jeder Tag zählt – auch dieser! Was ich heute tue ist wichtig. Schon morgen wird dieser Tag für immer vergangen sein, und dann lässt er mir das zurück, was ich heute aus ihm gemacht habe. Und das hängt zum großen Teil von mir ab, von meiner Art zu denken, zu fühlen und zu sein. Ich selbst kann mich entscheiden, diesem Tag Sinn zu geben und ihn so zu leben, dass er mir und meinen Bedürfnissen und Vorlieben entspricht, dass er ein guter Tag für mich und andere wird.
Ich vergleiche gerne jeden Tag, den ich leben darf, mit einem weißen, leeren Blatt Papier, das ich in der Früh bekomme und mit dem ich machen darf, was ich will. Ich kann ein paar Weisheiten darauf schreiben oder es mit einer schönen Zeichnung bemalen. Am Ende des Tages kann ich dann stolz auf das schöne Bild blicken, das ich gemalt habe, und mich freuen. Und am Ende des Lebens schaue ich dann auf eine ganze Gallerie von schönen Bildern.
Dieser Vergleich hilft mir sehr, mich am Anfang eines Tages schon daran zu erinnern, dass ich, wenn ich will, auch aus diesem Tag etwas Schönes und Besonderes machen kann, wenn ich mich nur bemühe. »Der Tag schmeckt so, wie ich ihn am Morgen würze« lautet einer meiner Lieblingssprüche. Deshalb habe ich mir für die ersten Stunden des Tages ein kleines, inzwischen liebgewonnenes Programm mit Dingen zusammengestellt, die mir gut tun und Freude machen. Ich nutze dieses Programm (fast) jeden Morgen, starte danach freudig in den Tag und bin bereit für alles, was er mir bringen wird.
Ein Punkt daraus ist ein Motto, das ich immer wieder neu festlege und damit jeden Tag zu etwas Besonderem mache. Ich widme ihn zum Beispiel einer Verhaltens- und Handlungsweise, die ich mehr üben möchte, einem bestimmten Vorhaben, einer Lektion, die ich heute lernen oder einem Thema, mit dem ich mich gerne näher beschäftigen will. Indem ich über das aktuelle Motto nachdenke und mich darauf konzentriere, sende ich gewissermaßen ein Signal ins Leben hinaus – vergleichbar mit einem Fischer, der sein Netz auswirft – und ziehe dadurch Situationen an, die mit dem von mir gewählten Thema zu tun haben.
Schön – und was hat das alles mit DIR zu tun? Nun, Du könntest Dich dazu anregen lassen, so etwas auch für Dein tägliches Leben umzusetzen. Vielleicht findest Du ja in meinen Beiträgen genau das richtige Tagesmotto für Dich. Ein kostbarer, einzigartiger Tag wartet auf Dich. Ich wünsche Dir, dass es für Dich ein ganz besonderer Tag wird, Dein Jürgen
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Also, ich bin zwar erst 14 aber da ist so ein Junge und sein Name ist Filip. Er ist der...
Ich gehöre auch zu den überzeugten Frühaufstehern, denn meines Erachtens kann ich, frisch ausgeruht, eine Menge leisten.
Allerdings kann ich mir auf Grund meiner Selbständigkeit etwas Besonderes leisten.
Bei gutem Wetter gehe ich sehr oft schon in diesen frühen Stunden auf den Golfplatz und spiele eine Runde. Ich genieße dann die erwachende Natur und beobachte wildlebende Tiere, die sich noch ungestört auf dem Platz bewegen. Außerdem kann ich ohne Verzögerungen durchspielen und bin dann zum Frühstück wieder zuhause.
Wenn das Wetter nicht so gut ist, bei uns im Bergischen Land leider recht häufig der Fall, arbeite ich kreativ an meinen Coachingbriefen, kostenlosen Erfolgszitate-Newslettern und Marketing für meine Webseite.
In den frühen Stunden kann ich mich ungestört – durch Telefon oder Familie, etc. - in zu bearbeitende Themen einlesen bzw. hineindenken und so sehr schnell meine Vorhaben erledigen.
Schöne Zeit
Jürgen Gräbel
Lieber Jürgen,
als ich diesen Artikel las, ging mir immer wieder ein Begriff aus dem Zen durch den Kopf: “Anfängergeist”. Dieses sich vorbehaltslos dem neuen Tag mit seinen unzähligen Möglichkeiten zu lernen, zu lieben und zu leben zu öffnen, ist etwas, dass viele Menschen nicht kennen. In der jeweiligen stressigen Lebenssituation ist das verständlich aber sehr schade. Es entgeht einem so viel und dieses Leben dauert nicht endlos.
Als ich noch studiert habe, bin ich oft erst auf den letzten Drücker aufgestanden und zum Bus gerannt. Das lag daran, dass ich abends oft lange, oft bis nach Mitternacht, gelernt habe. Als ich dann endlich mein Diplom hatte und die Uni verlassen habe, machte ich mit diesem Tagesablauf, der mir zur Gewohnheit geworden war, noch lange weiter. Ich habe einen gestörten Tag-Wach-Rhythmus. Es gibt Tage, an denen ich mir nachts weit nach Mitternacht noch ein warmes Essen koche. Morgens klingelt an Werktagen immer mein Wecker um sieben und dann mache ich Frühstück und fahre meinen Mann zur Arbeit. Oft lege ich mich dann später nochmals hin und schlafe.
Das ist kein guter Lebesnrhythmus und die Stelle, an der Du sagst, dass Du Dich nach Deinem Erlebnis an der Zugspitze, als Du dem Tod nahe warst, entschieden hast jeden Tag ganz bewusst zu leben, spricht mich stark an. Im Winter, wenn es später erst hell wird, kann ich den Sonnenaufgang oft genießen, z.B. auf der Fahrt zur Firma, in der mein Mann arbeitet. Das ist immer wieder wunderschön und oft halte ich auf der Rückfahrt an und mache ein Foto von der gerade aufgehenden oder gerade aufgegangenen Sonne.
Ich würde gerne noch sehr viel öfter den Sonnenaufgang erleben. Manchmal bin ich wach, bis die Vögel morgens zu singen beginnen und wenn es dann hell geworden ist, kann ich endlich einschlafen.
Der Sonnenaufgang ist ein sehr kraftvolles Erlebnis, das einem Kraft geben kann, den Tag zu beginnen. Außerdem sagt man, die Minuten kurz bevor der Tag anbricht, sei die Zeit der Engel. Ich erlebe diesen Moment sehr gerne in der Natur, aber viel zu selten. Wenn ich es einmal schaffe, so früh unter freiem Himmel zu sein, dann ist mir beim Anblick des Tagesanbruchs immer nach einem Gebet zumute. Oder aber nach einem Danklied, das ich als Heranwachsende bei Diakonissinnen kennen lernen durfte. Sie singen es an jedem Morgen vor dem Frühstück:
Text:
1.)Danke für diesen guten Morgen,
danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.
2.)Danke für alle guten Freunde,
danke, oh Herr, für jedermann.
Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.
3.)Danke für meine Arbeitsstelle,
danke für jedes kleine Glück.
Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.
4.)Danke für manche Traurigkeiten,
danke für jedes gute Wort.
Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.
5.)Danke, dass ich dein Wort verstehe,
danke, dass deinen Geist du gibst.
Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst.
6.)Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.
Liebe Grüße,
Astraryllis.
Hallo Jürgen,
das Leben als Selbständiger bringt zwar eine Menge Verantwortung mit sich, hat aber eben auch seine schönen Seiten. Es ist gut, dass Du das so genießen kannst.
Die Erfahrung, dass man in den frühen Morgenstunden mehr erledigen kann als manchmal den ganzen Tag, habe ich auch schon sehr oft gemacht. Sogar als Angestellter macht es sich bezahlt, auch einmal eine Stunde früher ins Büro zu gehen, als die Kollegen. Kann ich jedem nur empfehlen.
Liebe Grüße,
Jürgen
Danke, für diese lieben Zeilen,
danke, für dieses schöne Lied,
danken, das macht zu allen Zeiten doch den Unterschied.
Danke, dass Du vorbeigekommen,
danke, dass Du Dich mit uns teilst,
danke, dass Du seit einer Woche hier bei mir verweilst.
Danke, für Deine offnen Worte,
danke, dass Du so viel uns schenkst,
danke, dass Du bei allem Lesen auch noch selber denkst.
Liebe Astraryllis, es ist schön, dass es Dich gibt!
Jürgen
Und dann auch noch in Gedichtsform.
Schnüff…
Ganz liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche,
Astraryllis.
Ich konnte nicht anders
Dieses Lied trällere ich fast jeden Morgen unter der Dusche, wenn auch ein wenig abgewandelt. Eben etwas positiver und weniger christlich angehaucht. Im Namen Gottes ist schon so viel geschehen, dass ich lieber dem Leben danke – was im Grunde ja das gleiche ist.
Ich wünsche Dir eine gute Nacht und süße Träume,
Jürgen
Wer ist denn Gott?
Steckt nicht in jedem von uns die göttliche Weisheit oder göttliches Handeln? Ich glaube nicht, dass wir immer alle Verantwortung auf ein mystisches Wesen da irgendwo im Himmel schieben können. Wir Menschen sind verantwortlich für alles, was auf dieser Welt passiert, vor allen Dingen, wie wir mit Ereignissen fertig werden.
Es gelten die Gesetze von Ursache und Wirkung und der Anziehung. Und die sind nur konsequent.
Auch ein “Nichtglaube” ist letzten Endes nur ein Glaube, denn mit absoluter Gewissheit weiß es keiner.
Jürgen Gräbel
Lieber Jürgen,
ich hoffe, das »Du« ist in Ordnung. Ich habe das einfach mal hier für alle eingeführt, a) weil es mittlerweile auf Blogs so üblich ist – sogar in der Werbung werden wir ja schon alle hemmungslos geduzt, b) weil das hier mein »Zuhause« ist, und ich hier nur Freunde begrüße, oder Menschen, die es werden könnten, und c) weil das Ganze dadurch einfach lockerer wird. Ich bin sicher, dass sich jede Leserin und jeder Leser hier auch so respektiert fühlt.
Dass Du Dich mit Deinem Nachnamen anmeldest, macht es für uns alle natürlich übersichtlicher, dann weiß jeder, dass die klugen Kommentare von Dir kommen – die anderen sind dann meine
Wer oder was ist Gott? Das ist mir einen eigenen Beitrag wert. Danke für die Anregung. Kann aber ein paar Tage dauern, denn das ist eine wahrhaft GROSSE Frage. Grundsätzlich kann ich alles ganz fett unterstreichen, was Du da gesagt hast. Wenn mich einer fragt, warum Gott angesichts der herrschenden Zustände nichts tut, dann antworte ich: »Er hat DICH geschaffen!«
Woran wir glauben, ist letztlich gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass wir überhaupt an etwas glauben, denn das bestimmt unser Denken, Fühlen und Handeln und damit den Weg, den diese Welt gehen wird.
Ich wünsche Dir einen schönen Start in die Woche,
Jürgen