Was ist mir wichtig?
Wir hatten uns darüber unterhalten, wie wesentlich es ist, uns genau so anzunehmen, wie wir sind, und uns selbst mindestens so wichtig zu nehmen wie andere. Wenn Du das tust, geht es Dir vielleicht ähnlich wie mir: Je mehr ich lerne, mich selbst zu lieben, desto häufiger stellt sich mir die Frage: Was hat das, was ich tue, eigentlich mit mir zu tun?
Und ich spüre immer mehr, dass echtes Glück, wahrer Erfolg und vor allem die Zufriedenheit mit mir selbst auf Dauer nur dann möglich sind, wenn ich im Einklang mit meinen persönlichen Überzeugungen, Einstellungen und Werten lebe.
Wie jeder Mensch habe auch ich im Laufe meines Lebens bestimmte Wertvorstellungen für mich entwickelt. Viele davon habe ich auf meinem Lebensweg von außen vermittelt bekommen: Von meinen Eltern, Erziehern, Lehrern, von meinen Freunden, Partnerinnen, Kollegen, Vorbildern und anderen Mitmenschen. Alle hatten und haben ihre eigenen Lebensregeln und viele davon sind zum Teil noch heute tief in mir verwurzelt und ich orientiere mich nach wie vor an ihnen. Doch um mich wirklich selbst zu erkennen, um mich weiterzuentwickeln, um wirklich ich selbst zu sein und mich schließlich auch so zu lieben, wie ich bin, ist es erforderlich, dass ich mir im Klaren darüber werde, was mir selbst wirklich wichtig ist. Nur dann kann ich Erfüllung finden.
Was sind Werte?
Werte sind in erster Linie einmal meine eigenen Vorstellungen davon, was wünschenswert ist. Sie drücken aus, was ich für besonders wichtig halte und hängen oft mit meinen Bedürfnissen zusammen, können aber auch unabhängig davon sein. Diese von mir festgelegten Grundregeln bestimmen zum größten Teil, was ich denke, wie ich fühle und wie ich mich verhalte.
Meine persönlichen Überzeugungen sind ein guter Wegweiser in jeder Lebenslage und helfen mir bei wichtigen Entscheidungen. Wie ich mich kleide, welchen Wagen ich fahre, ob und wen ich heirate, wo ich am 27. September 2009 mein Kreuzchen mache und womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene, das alles hängt auch von den Werten ab, die ich vertrete.
Auch meine Beziehungen werden sehr stark davon beeinflusst. So fühle ich mich in der Regel besonders zu jenen Menschen hingezogen, mit denen ich ähnliche Werte teile. Ich kann letztlich auch nur in einer Partnerschaft glücklich sein, wenn die wirklich wichtigen Lebenseinstellungen und Lebensziele übereinstimmen. Und damit ein Beruf wirklich zu mir passt, muss er auch zu meinen Werten passen.
Was schätzt Du am meisten?
Du siehst, das Erkennen Deiner eigenen Werte ist ein ganz entscheidender Schritt, um Dich selbst besser kennen und lieben zu lernen und das Leben zu leben, das Du Dir wünschst. Nimm Dir deshalb bitte jetzt am besten etwas Zeit, Deine wichtigsten Werte zu bestimmen, zu überdenken und festzulegen, welche davon auch künftig Dein Leben bestimmen sollen. Das erfordert, dass Du Dich gründlich mit Dir selbst befasst, was ja schon ein großer Liebesbeweis ist. Auch Gespräche mit Freunden oder Deinem Partner können Dir helfen. Dabei ist es wichtig, ehrlich zu Dir selbst und den anderen zu sein. Die ausgewählten Werte müssen Dir wirklich wichtig sein und Deiner Persönlichkeit entsprechen. Und das ist allein Deine Entscheidung!
Vielleicht hast Du ja schon eine Ahnung, was Dir wichtig ist. Vielleicht musst Du auch noch ein bisschen darüber nachdenken. Als kleine Anregung und um Dich bei der Suche zu unterstützen, habe ich Dir die wichtigsten Grundwerte zusammengestellt. Du kannst sie Dir hier herunterladen:
Wertekatalog von A wie Abenteuer bis Z wie Zusammengehörigkeit
Wertekatalog von A wie Abenteuer bis Z wie Zusammengehörigkeit
(Dieses Format lässt sich in jedem Textverarbeitungsprogramm öffnen und weiterverarbeiten.)
Und nun stelle bitte Deine persönliche Werteliste zusammen, indem Du Dich selbst einmal fragst:
- An welchen Werten orientiere ich mich?
- Welche Werte begleiten mich schon mein Leben lang?
- Von wem habe ich diese Werte übernommen?
- Was brauche ich, um mich wohl zu fühlen?
- Wie sollten Menschen sein?
- Wen bewundere ich am meisten und warum?
- Wie möchte ich sein?
- Entspricht dies meinem Wesen?
- Wovon brauchen wir mehr auf der Welt?
- Was möchte ich den Kindern/der Jugend vermitteln?
- Was ist mir an meinem Partner am wichtigsten?
- Was bereitet mir die größte Freude?
- Welche Werte sind mir besonders wichtig?
- In welcher Reihenfolge?
- Was sind meine fünf bis zehn höchsten Werte?
- Sind meine derzeitigen Ziele im Einklang mit diesen Werten?
- Lebe, handle und entscheide ich danach?
Ich selbst habe folgende Werte für mich gefunden:
- Liebe/Menschlichkeit
- Dankbarkeit/Zufriedenheit
- Gesundheit/Wohlbefinden
- Frieden/Harmonie
- Freiheit/Selbstbestimmung
- Klarheit/Ehrlichkeit
- Freude/Genuss
- Wissen/Weisheit
- Kreativität/Wachstum
- Natur/Verbundenheit
Wobei alle diese Wertvorstellungen in meinem Leben einen sehr hohen Stellenwert haben und die Rangfolge deshalb je nach Situation und Tag unterschiedlich aussehen kann. Einmal steht dieser Punkt im Vordergrund, dann wieder ein anderer. Doch im Großen und Ganzen leiten diese Werte mein Handeln bewusst und – mehr noch – auch unbewusst.
Welche Werte möchtest Du leben?
Die eigenen Werte zu kennen, ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass es Dir möglichst häufig gelingt, diese Überzeugungen auch in die Tat umzusetzen und Deine täglichen Entscheidungen an ihnen auszurichten. Nur dann haben sie eine Bedeutung. Deshalb ist besonders die letzte Frage äußerst wichtig. Denn erst, wenn Du sie bejahen kannst, bist Du zufrieden mit Dir selbst. Erst dann fühlst Du Dich richtig gut und kannst Dich ganz ehrlich über das freuen, was Du tust. Erst dann kannst Du stolz auf Dich sein. Und erst dann kannst Du Dich wirklich lieben und Dir jederzeit in die Augen schauen.
Überlege Dir deshalb bitte schon jetzt, welche Werte Du in Deinem Leben künftig stärker umsetzen willst und kannst. Erinnere Dich dazu am besten einmal an Situationen, in denen Du dieses angenehme Gefühl hattest, »das Richtige getan zu haben«. Rufe Dir diese Empfindung immer wieder ins Gedächtnis und nutze sie als Kompass, der Dir Deinen Weg zeigen wird. Je öfter Du das tust, desto eher kannst Du im entscheidenden Augenblick die für Dich richtige Wahl treffen. Du wirst dann immer eine Antwort auf die Frage finden: Was genau will ich tun?
Übrigens wird der eigentliche Test, wie wichtig Dir diese Dinge sind, erst dann bestanden, wenn es auch Opfer fordert, Deinem Weg zu folgen und zu Dir und Deinen Überzeugungen zu stehen. So wurden bei mir die Werte Harmonie, Selbstbestimmung und Ehrlichkeit in meiner früheren Tätigkeit als Speditionskaufmann sehr oft auf eine harte Probe gestellt. Erst als ich mir darüber im Klaren war, wie wichtig mir mein eigener Wertmaßstab tatsächlich ist, konnte ich den Mut fassen, meine Stelle zu kündigen. Und ich nahm dafür sogar eine dreimonatige Sperre des Arbeitslosengeldes in Kauf.
Noch ein Hinweis: Werte und Wertvorstellungen können sich im Laufe des Lebens durchaus verändern. Oft ist das dann so, wenn ich besonders einschneidende Erfahrungen mache oder ich mein Leben anders gestalte als vorher. Bei mir war das zum Beispiel der Fall, als ich damals ganz knapp dem Tod »von der Schippe gesprungen« bin oder auch, als ich mich entschied, mit Ulrike zusammenzuleben. Plötzlich sah ich die Welt mit anderen Augen und setzte andere Prioritäten. Deshalb ist es sinnvoll, Dir auch künftig von Zeit zu Zeit über Deine augenblicklichen Werte klar zu werden.
Wenn Du Deine wichtigsten Werte kennst, fällt es Dir bedeutend leichter, Deine Ziele zu formulieren. Ein Thema, mit dem wir uns im folgenden Kapitel eingehend befassen werden. Für heute sind nur diese drei Fragen von Bedeutung: Was ist Dir wichtig? Warum legst Du Wert darauf? Und lebst Du danach?
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Diese Antwort ist Genial, dieser Plan einfach...
hallo Jürgen,ich mußte lernen,dass meine werte sich verändern mußten.
durch eine krankheit habe ich gelernt,was freundschaft,aufmerksamkeit und für einander dasein bedeutet.
ich habe eine schlimme zeit durchmachen müßen.
doch an meinem tiefsten punkt,gab es plötzlich menschen,die wie aus dem nichts aufgetaucht sind,die mir ganz uneigennützig ihre hilfe angeboten haben.meine dankbarkeit diesen menschen gegenüber ist unendlich,
heute versuche ich ehrenamtlich anderen menschen zu zuhören und ihnen mit meinen worten etwas kraft zugeben.
“in der dunkelsten nacht ist das licht dir am nächsten”—–ein satz aus dem buch “Der Alchesmist” von Paulo Cohelo.
das buch sagt auch viel über die vorstellung der werte aus.
ich mußte über den tellerrand schauen,das hat viele dinge bei mir verändert.
wahrscheinlich hätte ich sonst nicht einmal diese wunderbare seite hier gefunden.
gruß lilifee
Liebe lilifee,
heute ist also Dein Kommentier-Tag. Sehr schön!
Freundschaft ist wirklich ein nicht zu unterschätzender Wert. Das wurde mir auch erst heute wieder klar. Ich werde in einem meiner nächsten Artikel darüber berichten.
Ich wünschte manchmal, wir wären etwas weiser und bräuchten nicht immer Krankheiten, Katastrophen, Arbeitslosigkeit oder sonstige Hürden, damit wir erkennen, was wirklich zählt. Aber scheinbar muss das Leben uns manchmal etwas härter anfassen, damit wir wach werden. Es ist schön, dass Du daraus im Nachhinein eine positive Erfahrung machen konntest und Dich wirklich verändert hast.
»Der Alchimist« ist wirklich ein sehr erhellendes Buch. Mir gefällt besonders, dass Santiago am Ende feststellt, dass das Leben demjenigen, der an seine Träume glaubt und bereit ist, sie zu verwirklichen, stets helfend zur Seite steht. Eine Erfahrung, die ich auch gerade sehr intensiv mache. Ich liebe die tiefen Gedanken von Paulo Coelho sehr!
Liebe Grüße,
Jürgen
Lieber Jürgen, da meine Tochter alle meine Arbeiten im Büro erledigt, habe ich heute endlich Zeit gefunden, deine wunderbaren Beiträge nicht nur zu lesen, sondern auch darüber nachzudenken und mich selbst zu fragen?
Was sind eigentlich meine Werte?
Ich habe jeden Tag soviel Freude mit all den Menschen, mit denen ich Kontakt habe und bin gerade dabei mir meine größte Vision und meinen Traum zu erfüllen. Auch versuche ich für jeden Menschen ein gutes Wort übrig zu haben, meine alles was ich sage und schreibe sehr ehrlich, es kommt bei mir aus dem Herzen. Weiters will ich lernen Menschen zuzuhören und meiner wahren Berufung, den Menschen mehr Freude im Leben zu geben, besser und tiefer nachzugehen.
Doch in letzter Zeit kommen immer wieder und vermehrt Vorwürfe von meiner wunderbaren, sehr lieben Partnerin, dass ich mir zuwenig Zeit für die Familie nehme. Nachts vorm PC sitze anstatt mich um sie zu kümmern und auch den Bauernhof etwas vernachlässigen würde. Heute frage ich mich, wie soll ich damit umgehen, meine höchsten und wichtigsten Werte sind meine Partnerin und meine Familie.
Meine Lebensaufgabe ist der Bauernhof, jedoch die größte Freude und den tiefsten Sinn im Leben gibt mir meine derzeitige Berufung und das was ich tue. Für mich sehr wichtig ist auch eine Harmonie in meinem Leben. Störungen und falsche Stimmungen kann ich nicht brauchen, da ziehe ich mich zurück.
Nun lieber Jürgen frage ich mich, wie kann meiner Berufung nachgehen, ohne die Harmonie in der Familie zu verlieren. Meine Frau sagt ganz offen, sie erkennt mich nicht wieder und da kann sie nicht mit. Sie versteht mich einfach nicht, was ich da tue und was mir das bringt.
Ich kann sie schon verstehen, doch kann ich mir ihre Ablehnung nicht vorstellen, da ja sie begonnen hat, mit der Lichtarbeit. 2. REIKI Grad, befasst sich viel mit Engelskarten, liest spirituelle Bücher, gestaltet das Haus mit Engeln und OHMs usw. macht selbst bei Familienaufstellungen mit und findet in diesem Leben keinen Sinn. Kann sich selber nicht annehmen und kann kaum richtig glücklich sein.
Wie soll ich damit umgehen???
Jede Menge Fragen – meine Antwort
Die schönen Seiten des Lebens sehen, im Hier und Jetzt leben und vor allem für Alles dankbar und zufrieden sein. An seine Träume glauben und die Menschen lieben.
Lieber Helmut,
wie ich Dir gestern bereits per E-Mail geschrieben habe, kann ich die Bedenken Deiner Frau gut nachvollziehen. Ich selbst muss auch sehr darauf achten, dass ich immer noch genug Zeit für Ulrike habe. Auf der einen Seite freut sie sich natürlich für mich, dass es zurzeit auf allen Ebenen so gut läuft, auf der anderen Seite genießt sie jede Minute, die sie mit mir gemeinsam verbringen kann. Da ist es oft eine ganz schöne Herausforderung, das richtige Gleichgewicht zu finden.
Vor allem, wenn die eigenen Projekte erfolgreich sind, muss man besonders aufpassen, dass man die Bodenhaftung behält. Ich habe im Moment circa 1.000 Besucher pro Tag und daneben etliche Abonnenten und Abonnentinnen. Für das angekündigte E-Book liegen schon mehrere Bestellungen und Spenden vor. Da ist eine gewisse Euphorie sicher verständlich. Andererseits achte ich sehr darauf, auch meine sonstigen Verpflichtungen zu erfüllen und allen Bereichen meines Lebens gerecht zu werden. Nur dann ist es auch wirklich ein Erfolg!
Auch Du schwimmst momentan auf einer Erfolgswelle. Die Anzahl Deiner Freunde auf facebook und anderen Portalen spricht für Dich. Doch bei aller Begeisterung für Deine Berufung und die Anerkennung, die Du von so vielen Seiten erfährst, solltest Du Dich immer wieder auf Deine Wurzeln besinnen und auf die Menschen, die in Deinem Leben wirklich eine wichtige Rolle spielen – nicht nur eine virtuelle, sondern eine ganz greifbare!!!
Du nennst mich Deinen Freund, und das ehrt mich sehr. Freunden muss auch ein offenes Wort erlaubt sein. Und ich habe gerade in den letzten Tagen das Gefühl, dass Du ein wenig diese Bodenhaftung verlierst, die Du als Beamter und Landwirt eigentlich von Natur aus haben solltest. Du hast Dir ein tatsächliches Paradies geschaffen, Du hast eine ganz tolle und attraktive Frau und liebe, vorbildliche Kinder. Du kümmerst Dich um Deine Tiere wie kaum ein anderer und engagierst Dich für viele gute Dinge. Bewahre Dir das und mache es nicht kaputt, nur weil Deine Träume mit Dir durchgehen.
Aus diesem Grund werde ich Deine Bitte auch nicht erfüllen. Du weißt, wovon ich spreche. Bisher habe ich immer geholfen, wo ich konnte, ob es der Text für Dein Mental-Trainer-Diplom war, die Betreuung Deiner Dankbarkeits-Gruppe während Deines Urlaubs oder die Übersetzung der Begrüßung für Deine englisch-sprechenden Freunde.
Du hast sehr ehrgeizige Pläne, und das ist auch gut so. Doch alles hat seine Zeit und alles braucht auch seine Zeit. Wenn Du es etwas langsamer angehst, hast Du auch weiterhin meine volle Unterstützung. Wie Du weißt, habe ich bereits hier im Raum Freiburg/Offenburg zu einem der von Dir erträumten Dankbarkeits-Stammtische aufgerufen. Auch andere Deiner Freunde sind schon aktiv. Du riskierst aber unsere tatkräftige und wertvolle Hilfe, wenn Du zu sehr abhebst und Dich damit unglaubwürdig machst.
Sei mir nicht böse. Doch ich denke, Du brauchst jetzt ein paar klare Worte von jemandem, der es wirklich gut mit Dir meint. Deine Familie hat einen Mann und Vater verdient, der wirklich für sie da ist. Dann werden sie auch Deine Träume mittragen und diese werden sich vielleicht sogar noch schneller und weit besser erfüllen, als Du es Dir jetzt überhaupt vorstellen kannst.
Liebe Grüße,
Jürgen